Wenn Fahrradfahrt zum Blindflug wird
Bild: Aundrup
Weisen auf die zum Teil katastrophalen Zustände auf dem Radweg an der Bundesstraße 513 hin: (v. l.) Heinz Bünnigmann, Dr. Heinrich Josef Sökeland, Radfahrer Ernst Wall aus Greffen („Das Fernlicht stört“) und Dr. Thomas Waltermann, der die Strecke von Harsewinkel nach Greffen und zurück täglich zwei Mal auf dem Rad zurücklegt.
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 Die Folge: Unfälle, mal schwere, mal leichte, aber einige pro Jahr. Das soll möglichst bald ein Ende haben, fordern die Kreistagsfraktionen von CDU und FDP. „Man sieht nichts mehr, wenn man nachts vom Fernlicht der Fahrzeuge geblendet wird. Das ist teilweise ein Blindflug, und zwar immer dort, wo die Randbepflanzung fehlt“, kann Dr. Thomas Waltermann vom Greffener Gesundheitszentrum ein Lied von den unhaltbaren Zuständen singen. Und zwar aus Sicht des Mediziners und Sportlers: „Allein bei uns in der Praxis behandeln wir pro Jahr gut zehn Patienten, die aufgrund des Scheinwerferlichts der Autos vom Weg abgekommen sind. Das sind zehn zu viel. Mal sind es nur Schürfwunden. Dann wieder schwere Brüche.“ Der Facharzt für Innere- und Sportmedizin pendelt selbst jeden Tag von Harsewinkel nach Greffen und zurück. Er weiß also, wovon er spricht.

Kritischen Bereiche bepflanzen

Jetzt fordern unter anderem CDU-Kreistagsmitglied Heinz Bünnigmann und der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Dr. Heinrich Josef Sökeland, dass die Kreisverwaltung die Sicherheit des Radwegs überprüft und Maßnahmen vorschlägt. Ein Antrag ist gestellt. In der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses am 6. September soll darüber diskutiert werden. Die Christdemokraten haben bereits eine Idee, wie man die Sicherheitslage verbessern kann: „Man sollte die kritischen, tiefer gelegen Bereiche einfach bepflanzen. Das bietet Schutz vor dem Licht“, betont Heinz Bünnigmann. Dr. Sökeland weist darauf hin, dass teilweise noch Sträucher vorhanden sind: „Die muss man nur wachsen lassen.“ Bereits im Jahr 2000 wurde über das Thema Sicherheit auf dem Radweg debattiert. Seinerzeit wurden zur besseren Orientierung Reflektoren in den Radweg eingebracht. „Die bringen jedoch nichts, wenn einem ein Auto mit Scheinwerferlicht entgegenkommt. Dann sieht man auch keine Reflektoren mehr“, weiß Thomas Waltermann.

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