Würdigung einer Gemeinschaftsleistung
Von einem Moment zum nächsten als Team geholfen: Die Retter sind von Landrat Sven-Georg Adenauer für ihren Einsatz belobigt worden. Im Kreishaus nahmen sie die Urkunden des Landes entgegen.

Adenauer bedankte sich bei den Rettern und überreichte jedem eine Belobigungsurkunde des Landes Nordrhein-Westfalen: „Diese von Ihnen gemeinsam ausgeführte Rettung war eine sehr mutige und vorbildliche Tat. Sie haben nicht weggeschaut und andere machen lassen, sondern Sie haben gehandelt. Es ist traurig, dass zwei der geborgenen Personen nicht überlebt haben, aber es mindert nicht im Geringsten den Wert der hervorragenden Leistung, die Sie an diesem Sommerabend vollbracht haben.“

Tragisches Unglück an der Ems

 Am Abend des 22. Juni 2013 saß in Harsewinkel eine Gruppe von sieben Anglern am Emsufer in Höhe des Stauwehrs Kuhstraße. Zwei von ihnen beobachteten, wie ein mit drei Personen besetztes Kanu in der starken Strömung über das Stauwehr trieb, kenterte und aufgrund des hohen Wasserstands der Ems in eine gefährliche Wasserwalze geriet. Gemeinsam mit sieben Radfahrern, die zufällig vorbeikamen und allesamt Mitglieder der Werksfeuerwehr der Firma Claas waren, bildeten sie wegen der auch für sie selbst lebensgefährlichen Strömung eine Menschenkette. Es gelang den Rettern, die leblos in der Ems treibenden Kanuten aus dem Raums Melle-Neuenkirchen (Kreis Osnabrück) – eine Frau und zwei Männer – aus dem Wasser zu ziehen und bis zum Eintreffen der zuvor schon alarmierten Rettungskräfte wiederzubeleben. Dennoch verstarben in den folgenden Tagen die beiden männlichen Kanufahrer (55 und 49 Jahre). Die verunglückte Frau überlebte.

Bergung durch Menschenkette

 „Gerade die Bergung der dritten Person gestaltete sich schwieriger, weil der Mann sich unter dem umgekippten Boot im Wehr befand. Erst als er durch die Strömung kurz an die Wasseroberfläche kam, konnten ihn die Ersthelfer greifen und an Land ziehen“, sagte damals der Einsatzleiter der Feuerwehr Harsewinkel, Rudi Hirsch. Mit 70 Einsatzkräften waren die Rettungsdienste am Samstag, 22. Juni 2013, am Unglücksort. Nach drei Wochen wurden die eingeleiteten Ermittlungen zur Ursache des tödlichen Kanu-Unfalls ohne strafrechtliches Ergebnis abgeschlossen. Die Polizei sprach von einem „tragischen Unglück“.

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