Zuschauer steigen als Chor mit ein
Bild: Poetter
Beste Unterhaltung bot die niederländische Band Swing Method am Wochenende im Farmhouse Jazzclub.
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Spätestens beim Titel „High Society Calypso“, den Louis Armstrong und seine Band 1956 im Film „Die oberen Zehntausend“ zelebriert hatten, versuchte sich das Publikum als Chor. „Das klappt ja schon sehr gut“, lobte Bandleader Bart Maassen. Im November 2017 gegründet, ist das aufstrebende Jazzkollektiv, die meisten der Bandmitglieder kommen aus Breda, sowohl in seiner niederländischen Heimat wie auch in Deutschland unterwegs. „Professionelle Musiker im Alter zwischen 23 und 47 Jahren, die sich zum Teil seit der Kindheit kennen und auch in anderen Formationen spielen“, sagt Pianist Bart Maassen.

Gemeinsam mit Ralph Zijlemans (Posaune) hatte er die Kollegen angesprochen und dann die Band zusammengestellt. Auch am Samstag blieb Swing Method dem selbstgegebenen Motto „Let’s have ourselves a party and play some Jazz!“ treu. Mit Verve serviert wurde Swing und Mainstream Jazz der 20er- bis 50er-Jahre. Titel von bekannten Komponisten wie Duke Ellington und seinem Sohn Mer-cer, von Irving Berlin und Freddy Green bis hin zu Count Basie. „Mit eigenen Arrangements“, sagt Maassen. Die meisten stammen aus seiner Feder. Furios gespielter Auftakt des Konzertes war der Mercer-Ellington-Song „Things ain’t what they used to be“. Eine gute Gelegenheit für die Bandmitglieder, sich vorzustellen. Am Klavier: Bart Maassen, der auch als Sänger und radebrechender Moderator gefiel. Dazu Trompeter Coos Zwagerman, Donald Simoen (Saxophon) und Gitarrist Tijn Trommelen sowie Richard Frijters am Bass und Dirk de Nijs am Schlagzeug.

Bestens aufgelegt war auch der aus Tilburg stammende Posaunist Ralph Zijlemans. Beim Jimmy-Mc-Hugh-Song „Exactly like you“ legte der 33-Jährige auch bemerkenswerte sängerische Qualitäten an den Tag. Schnelle Titel wie „Moten Swing“ im allerfeinsten Big-Band-Sound im Wechsel mit gefühlvoll und getragen präsentierten Stücken, darunter „Mood Indigo“ von Duke Ellington und „Skylark (Hoagy Carmichael) – am Samstag war für jeden Geschmack etwas dabei.

Für gute Stimmung sorgte nicht nur die sichtbar große Spielfreude der Band, sondern auch ihre humoristische Herangehensweise, Songs aus dem vergangenen Jahrhundert in die Gegenwart zu versetzten. Felix Oestersötebier, im Jazzclub zuständig fürs Programm, hatte mit der Einladung an Swing Method einmal mehr einen guten Griff getan

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