Zwei Grundschulen sollen erweitert werden
Foto: Walkusch
Bisher läuft die Kardinal-von-Galen-Schule in Harsewinkel 3,5-zügig. Weil dafür aber eigentlich zwei Räume fehlen, wurde im Schulentwicklungsplan vorgeschlagen, die Einrichtung auf drei Klassen pro Jahrgang zu begrenzen. Davon nahmen die Kommunalpolitiker jedoch abstand. Stattdessen soll geschaut werden, wie man das Schulgebäude erweitert kann.
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„Für uns ist der Beschluss in Ordnung“, sagt Monika Scharf, Leiterin der Kardinal-von-Galen-Schule, im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Grundschule läuft bisher 3,5-zügig – also drei- und vierzügig im Wechsel.

Der Schulentwicklungsplan, der im Ausschuss Thema war, sah – nach einer Raumanalyse der baulichen Gegebenheiten – vor, die Kardinal-von-Galen-Schule auf drei Züge zu begrenzen. Bei der Löwenzahnschule sollten es zwei, bei den Teilstandorten des Grundschulverbunds Astrid-Lindgren/St.-Johannes einer beziehungsweise drei und bei der Marienschule zwei Züge werden. Im September hatten die Kommunalpolitiker die Abstimmung darüber noch vertagt (diese Zeitung berichtete).

Stephan Höving von der CDU sprach sich am Mittwoch dafür aus, vor allem dem Elternwillen Rechnung zu tragen. Wenn sich nun mehr Mütter und Väter dafür entschieden, dass ihr Kind beispielsweise die Kardinal-von-Galen-Schule besuchen solle, dann müsse die Verwaltung Lösungen finden. Auch Sandra Hoffmann von der SPD sprach sich dafür aus, die Zügigkeit vorerst nicht festzulegen, das Thema aber wieder auf die Tagesordnung zu holen, sobald der Masterplan Grundschule vorliegt.

Im Gespräch mit dieser Zeitung betonte Monika Scharf, dass schlussendlich eine Lösung gefunden werden müsse, die für alles Schulen im Stadtgebiet zufriedenstellend sei und gute Bedingungen in allen Einrichtungen schaffe. Die Pläne seien im Vorfeld mit den Schulleitungen so abgestimmt worden, sagt Monika Scharf.

Im nächsten Schritt sollen nun Planungsmittel bereitgestellt werden. Denn für 3,5 Züge fehlen der Kardinal-von-Galen-Schule ein Mehrzweckraum und ein Raum für Sonder-/Sozialpädagogen. Hinzukommt der Anspruch auf einen Platz im Offenen Ganztag (OGS) ab 2025.

Von den 304 Schülern würden derzeit 100 in der OGS und 50 in Randstunden betreut, sagt Monika Scharf. Sie rechnet damit, dass sich der Anteil ab 2025 nochmal deutlich erhöht. Für 24 000 Euro soll nun geschaut werden, wie man die Schule erweitern könnte. Eine Idee ist beispielsweise, den linken Teil des Gebäudes aufzustocken. Alternativ könnte der eingeschossige Verwaltungstrakt abgerissen und ersetzt werden.

Auch an der Löwenzahnschule wird der Raum knapp. Der offene Ganztag habe mit 75 Kindern trotz Nutzung des Containers die maximale Aufnahmekapazität erreicht, schreibt die Verwaltung in der Beschlussvorlage zum Schulentwicklungsplan. Ebenfalls mit Blick auf 2025, wenn der Anspruch auf einen OGS-Platz besteht, hält die Schulleitung nach Angaben der Verwaltung eine räumliche Erweiterung für wünschenswert. Für die Löwenzahnschule sollen im Haushaltsplan 8000 Euro als Planungskosten eingestellt werden.

Wie Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide (SPD) für den verhinderten Reinhard Pawel, Fachbereichsleiter Bauen/Städtische Betriebe, erklärte, gibt es bei der Löwenzahnschule nur eine Möglichkeit zur Erweiterung. Dementsprechend reiche auch ein Drittel der Summe, die für die Kardinal-von-Galen-Schule veranschlagt sei, für die Löwenzahnschule aus. Durch den Bau eines Aufzugs soll das ganze Gebäude barrierefrei erschlossen werden. Die sich aus der Planung ergebenen Baukosten könnten im Haushalt gegebenenfalls in die mittelfristige Finanzplanung eingestellt werden. Die Verwaltung empfahl zudem, die Klassenfrequenz der Eingangsklassen auf 25 Schüler festzulegen und damit den kleinen Klassenräumen Rechnung zu tragen. Ein Vorschlag, dem die Kommunalpolitiker am Mittwoch einstimmig folgten.

Bei der Kardinal-von-Galen-Schule wurde die Begrenzung der Eingangsklassen auf 24 Kinder festgelegt. Die Einrichtung ist eine Schule des Gemeinsamen Lernens – also für Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf. Sollte durch den Masterplan Grundschule vorgeschrieben werden, dass alle Einrichtungen mit mindestens zwei Zügen Schulen des Gemeinsamen Lernens werden, empfiehlt die Verwaltung eine Klassenstärke von 24 Kindern.

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