Marco Diethelm bringt sich schon ein
Bild: Schäfer
Der Bürgermeister-Wahlkampf ist Geschichte: (v. l.) Marco Diethelm (CDU) tritt die Nachfolge von Jürgen Lohmann (CDU) an. UWG-Kandidat André Kunst hat das Nachsehen.
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Auf der Tagesordnung: der Haushalt für das Jahr 2016. „Ich hoffe, dass ich Bürgermeister Jürgen Lohmann in den kommenden drei Wochen bei der Arbeit noch über die Schulter schauen kann“, sagt Marco Diethelm. In dieser Zeit möchte der 27-Jährige bereits so viel wie möglich Erfahrungen sammeln und sich einbringen. „Aber natürlich hat Jürgen Lohmann das letzte Wort“, betont Marco Diethelm.

Der neue Orts-Chef muss sich bis zu seinem Amtsantritt auch noch darum kümmern, seine bisherige Tätigkeit als selbstständiger Finanzberater bei Swiss Life Select endgültig zu beenden. Das Team von Kollegen, das ihm während des Wahlkampfs den Rücken freigehalten und ihm die Arbeit abgenommen hat, könnte seinen Job komplett übernehmen. Das alles soll in den nächsten Wochen geklärt werden.

„Ich musste ja erst Gewissheit haben“, erklärt Diethelm. Das Wahlergebnis sei schließlich doch knapper ausgefallen, als erhofft. „Man weiß ja nie, wie die Wähler sich entscheiden“, sagte der Herzebrocker. Viele, die bei der Hauptwahl ihr Kreuz bei der GAL-Kandidatin Petra Lakebrink gesetzt hätten, hätten nun den UWG-Kandidaten André Kunst unterstützt. Seine Wähler will der Neubürgermeister indes nicht enttäuschen: „In den nächsten fünf Jahren muss ich zeigen, dass ich das Vertrauen wert bin, dass sie in mich gesetzt haben.“

Gefeiert hat Marco Diethelm seinen Wahlsieg am Sonntagabend nur im kleinen Kreis. Mit der Familie wurde auf den Erfolg angestoßen, und außerdem auf den Geburtstag seiner Mutter.

Auch André Kunst saß am Sonntagabend noch mit Freunden und Familie zusammen und ließ den Wahlabend Revue passieren. Nachdem sich die erste Enttäuschung gelegt hat, sieht der 43-Jährige seine 47,13 Prozent doch als „tolles Ergebnis“. „Aus dem Wahlkampf gehe ich gestärkt heraus“, sagt André Kunst. „Viele hätten nicht damit gerechnet, dass es bei der Stichwahl noch einmal so knapp wird.“ Vor allem in den letzten zwei Wochen habe er im Wahlkampf noch einmal gut zulegen können.

„Mal sehen, wie es weiter geht“, sagt André Kunst. Dass er sich in fünf Jahren noch einmal zur Wahl stellt, schließt er jedenfalls nicht aus.

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