200 Eingaben zu Windkraftanlagen
Archivbild: Schäfer 
In wenigen Wochen wird sich die Kommunalpolitik wieder mit den Konzentrationszonen für Windkraftanlagen in der Gemeinde – hier in Möhler – beschäftigen.
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„Überwiegend von Bürgern, die sich gegen die Ausweisung aussprechen“, so Michael Brandes. Der Verwaltungsmitarbeiter aus dem Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt konkretisiert: „Lärm, Schattenwurf und optische Beeinträchtigung durch mögliche Windkraftanlagen werden als Gründe genannt.“ Also Dinge, die oft genannt werden, wenn es um den Bau von Windrädern geht. Mehr als 100 Seiten stark werde die Sitzungsvorlage für den Tagesordnungspunkt vermutlich werden, so Brandes.

Verspargelung der Landschaft vermeiden

Im Juli 2017 hatte der Rat beschlossen, den Flächennutzungsplan zu ändern. Und zwar mit der Absicht, Konzentrationszonen für die Nutzung von Windenergie zu schaffen. Das wird unter anderem vehement vom Land gefordert. Ziel in Herzebrock-Clarholz ist es, die zwei bisher dargestellten Konzentrationszonen in Möhler und nahe dem ehemaligen Gütersloher Militärflughafen in Heerde, zu überplanen. Wenn möglich, sollen zusammenhängende Flächen, in denen mehrere Anlagen errichtet werden können ausgewiesen werden. Alternativ auch kleinere Bereiche, die räumlich zusammenhängen und auf denen Einzelanlagen Platz finden. Die Verspargelung der Landschaft soll nach dem Ratswillen ausdrücklich vermieden werden. Und die vor einigen Jahren getroffenen Höhenfestsetzungen von 66,5 beziehungsweise 175 Metern Gesamthöhe von Windkraftanlagen sollen aufgehoben werden.

Eine Bürgerversammlung dazu hatte im November 2018 stattgefunden. Dort hatten Einwohner die Möglichkeit, sich zu äußern. Das konnten sie auch im Nachgang: Vom 7. November bis 10. Dezember haben die Rathausmitarbeiter Anregungen und Bedenken entgegengenommen.

 Die Verwaltung hat die rund 200 Stellungnahmen in den vergangenen Monaten sortiert und gesichtet. Nächster Schritt ist jetzt die Beratung über die Ergebnisse der Eingaben in den Fachgremien. Die Gemeinde war mit einer möglichst großen Flächenkulisse von rund 606 Hektar ins Verfahren gegangen. 41 potenzielle Bereiche für Windkraft fanden sich darin.

Einzelfall wird stets geprüft

An die Beratung in den Gremien schließt sich eine Auslegung des überarbeiteten Entwurfs an. Dann können erneut Anregungen gegeben werden. Eine nächste Abwägung erfolgt, ehe ein Feststellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans und die Genehmigung durch die Bezirksregierung in Detmold erfolgen sollen. Und unabhängig von der angestrebten Änderung des Flächennutzungsplans der Kommune steht fest: Eine Einzelfallprüfung wird weiterhin Bestandteil im Genehmigungsverfahren für Windräder sein.

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