Acht Betreuungsplätze fehlen noch
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In der Doppelgemeinde fehlen im kommenden Kindergartenjahr 2020/2021 acht Betreuungsplätze. Erweiterungen von bestehenden Kitas in Herzebrock und Clarholz sollen nun Abhilfe schaffen.
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Wie die aktuellen Zahlen für das kommende Kindergartenjahr 2020/2021 aussehen, hat nun die CDU-Fraktion erfragt.

40 Absagen sind erteilt worden

Für wie viele Kinder ist ein Betreuungsantrag für den 1. August gestellt worden? Wie viele Kinder konnten bislang mit einem Betreuungsplatz versorgt werden? Mit welchen Trägern ist das Kreisjugendamt im Gespräch, um für die Jungen und Mädchen noch eine Lösung zu finden, die bisher noch nicht versorgt werden konnten? Aktuell gibt es einen Übergangskindergarten an der Brocker Straße. Kann dieser abgebaut werden, wenn der endgültige Kindergarten an der Rhedaer Straße fertig ist? Oder sollte dieser zumindest als Reserve erhalten bleiben? Das waren die Fragen der Christdemokraten.

Eine umfangreiche Antwort gab darauf das Jugendamt des Kreises. Für das Kindergartenjahr 2020/2021 seien in der Gemeinde Herzebrock-Clarholz 40 Absagen an Eltern erteilt worden, die aufgrund von Platzmangel keinen Betreuungsplatz für ihr Kind bekommen hätten. Die Erweiterung des St.-Michael-Kindergartens habe bereits für 15 dieser Jungen und Mädchen einen Betreuungsplatz gesichert. Den dafür notwendigen Umbau übernimmt die Gemeinde.

Von den 25 verbliebenden Eltern hätten sich 18 beim Kreis Gütersloh gemeldet und ihren Bedarf für das kommende Kitajahr geltend gemacht. 10 dieser Jungen und Mädchen habe man im Gemeindegebiet vermitteln können. In Herzebrock-Clarholz gelte es demnach noch acht Kinder mit dringendem Bedarf zu versorgen. Hinzu kämen ungefähr vier Kinder, deren Eltern ihren Bedarf bei der Kindertagespflegevermittlungsstelle geltend gemacht hätten. Vier davon kämen aus Herzebrock.

Erweiterung für den Kindergarten an der Brocker Straße in Planung

Aufgrund des Neubaus des CJD-Kindergartens an der Berliner Straße/Rhedaer Straße mit einer zusätzlichen Gruppe will der Kreis nun beim Landesjugendamt eine Genehmigung zur Erweiterung für den Kindergarten an der Brocker Straße beantragen. „Die Chancen stehen hier sehr gut“, heißt es von seiten des Jugendamts. Weitere vier Kinder ohne Platz kommen laut Kreis-Jugendamt aus Clarholz. Unter der Bedingung der Erweiterung des CJD-Kindergartens in Clarholz könnten diese dort betreut werden.

Letzteres begrüßt die CDU. „Mit den geplanten Erweiterungen schafft man ein Angebot, dass jedem Kind derzeit einen Betreuungsplatz zusichert. Mit weiteren Maßnahmen können in Zukunft auch 10 bis 15 weitere Kinder versorgt werden“, teilt die Fraktion mit.

Kritisch sieht die geplante Erweiterung des CJD-Kindergartens in Clarholz die Unabhängige Wählergemeinschaft Herzebrock-Clarholz. Nach Ansicht der Fraktion gingen die Pläne zwar in die richtige Richtung, seien aber mit Problemen verbunden und nur eine Notlösung. „Wenn die Gemeinde in dieser angespannten Zeit mit unvorhersehbaren Haushaltseinbrüchen Geld für unsere Kinder ausgibt, dann muss das nachhaltig und langfristig sein“, schreibt die UWG. Die Fraktion tendiert zu einem Neubau. Auch weil dort laut Wählergemeinschaft Kosten und Nutzen im Verhältnis stehen.

„Was ist nun heute so viel anders als damals?“

Schon vor einigen Jahren habe der damalige Trägerverein des Norbert-Kindergartens eine Erweiterung vorgeschlagen. Ein Anbau oder eine Aufstockung des Gebäudes sei damals aufgrund der hohen Kosten jedoch verworfen worden. „Was ist nun heute so viel anders als damals?“, fragt die Fraktion. Laut UWG seien die allgemeinen Baukosten so hoch wie nie – „erst recht für Umbauten“. Ausschreibungen überschritten zurzeit kontinuierlich die geplanten Kosten. Durch die Corona-Pandemie brächen die Steuereinnahmen weg und der Schuldenberg der Gemeinde sei so hoch wie nie, schreibt die Fraktion.

Eine eher schlechte Lösung sei die Erweiterung auch, weil der Außenbereich des Norbert-Kindergartens jetzt schon für seine Größe viel zu klein sei. „Ein Anbau würde diesen noch weiter verkleinern“, schreibt die Fraktion. Sie befürchtet zudem, dass der Bereich während der Bauphase, die die UWG auf sechs bis zwölf Monate schätzt, vollständig gesperrt werden muss. „Es wird es zu enormen Einschränkungen kommen“, heißt es in der Mitteilung. Als Beispiele nennt die Fraktion die Bewegungsfreiheit der Kinder und die Sicherstellung der Ruhezeiten.

„Soll jetzt im Halbjahrestakt an allen bestehenden Kindergärten in der Gemeinde angebaut werden?“, fragt nun die UWG. Schließlich werde die Zahl der künftig benötigten Kitaplätze weiter steigen, weil sich die Baugebiete noch im Aufbau befänden und Neue hinzukämen.

Schon vor der Planung des Kindergartens an der Berliner Straße/Rhedaer Straße war die UWG der Meinung, das ein Neubau im Baugebiet am Postweg/Dieksheide die bessere Lösung gewesen wäre. Als Gründe dafür führte die Fraktion an, dass dort während der Bauarbeiten keine Kinder gefährdet seien und dass an dieser Stelle wegen der umliegenden Neubaugebiete künftig ein erhöhter Bedarf an Betreuungsplätzen entstehen werde. Zudem hätte der Standort laut UWG aufgrund seiner zentralen Lage von beiden Ortsteilen genutzt werden können, wodurch unterschiedliche Bedarfe in Herzebrock und Clarholz hätten kompensiert werden können.

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