Adam Adawi: von Palästina nach Herzebrock
Bild: Reinhardt
Über den Dächern von Herzebrock: (v. l.) Bürgermeister Jürgen Lohmann zeigt seinen Gästen Petra und Jendrik Lakebrink sowie Adam Adawi die Gemeinde von oben.
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Seit dem 11. Juni wohnt Adam Adawi bei Familie Lakebrink am Drosselhof. Im April war Jendrik Lakebrink während der Osterferien bei Adam in Ramallah zu Gast gewesen. 17 Mädchen und Jungen, die wie Jendrik an der Anne-Frank-Schule die elfte und zwölfte Klasse besuchen, lernten zweieinhalb Wochen lang den Alltag, die Konflikte und die Kulturen in Palästina kennen. „Ein zerrissenes Land“, sagt Jendriks Mutter Petra Lakebrink, die den Eindruck hatte, dass der Besuch in Palästina ihrem Sohn einige Denkanstöße gegeben hat. Die Projektgruppe hatte unter anderem Bethlehem und Jerusalem besucht und bei den Fahrten durch das Land die zahlreichen Checkpoints erlebt.

Jetzt beeindruckt Adam das Reisen ohne Kontrollstellen durch Deutschland. „Er möchte viel erfahren“, berichtet Petra Lakebrink über ihren wissbegierigen Gast. „Herzebrock gefällt mir gut“, sagt der auf Deutsch. Dass Adam sich gut verständigen kann, hat nicht nur damit zu tun, dass seine Mutter als Deutschlehrerin in Ramallah arbeitet. Deutsch habe er auch über das Fernsehen gelernt, berichtet der 17-Jährige, der beruflich später auch gern „etwas mit Sprachen“ machen würde.

Von dem Jugendlichen zeigte sich auch Bürgermeister Jürgen Lohmann beeindruckt, der Adam Adawi gemeinsam mit Jendrik und Petra Lakebrink am Dienstag im Rathaus empfing. Das Gemeindeoberhaupt erläuterte dem Gast die Aufgaben der Gemeindeverwaltung und führte ihn auf das Dach des Rathauses, von wo aus die Gruppe Herzebrock von oben bewunderte.

Zuvor war die gesamte Gruppe bereits von der Gütersloher Bürgermeisterin Maria Unger im dortigen Rathaus empfangen worden („Die Glocke“ berichtete). Auf dem Programm standen außerdem ein Ausflug nach Münster mit Besuch des Planetariums, eine Kanutour auf der Ems und ein Tag im Tierpark Olderdissen. Am heutigen Samstag reisen die palästinensischen Schüler zum Abschluss ihres Deutschlandbesuchs nach Berlin. Dort erwartet sie unter anderem eine Führung durch den Bundestag. Von Herzebrock und den Lakebrinks muss sich Adam dann verabschieden, aber beide Seiten hoffen, dass der Kontakt noch über längere Zeit bestehen bleiben wird.

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