Aktion nach 18 Tagen mit Erfolg beendet
Foto: Schäfer
Äußerst gefragt waren die Grillzangen für den guten Zweck: Zwei Drittel des Verkaufspreises gehen als Spende an das Kinderhospiz Bethel – die zweite Idee von Initiator Christian Pohlmeyer. Erreichbar ist der Herzebrock-Clarholzer am einfachsten über die sozialen Medien wie Facebook.
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Die jüngste wurde vor wenigen Tagen abgeschlossen: Innerhalb von 18 Tagen fand der Herzebrocker Sponsoren für 50 Ruhebänke. Gemeinsam wollten Christian Pohlmeyer und Christian Schepers in diesem Sommer an der Rallye Balkan-Express teilnehmen („Die Glocke“ berichtete mehrfach). Annähernd 30 000 Euro an Spenden für das Kinderhospiz in Bethel kamen zusammen. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Rallye Anfang Mai abgesagt. 

Herr Kowalski rollt weiter

Kein Grund, den Bulli namens Herr Kowalski in den Ruhestand zu schicken. „Jetzt geht es im Mai nächsten Jahres nach England“, so Christian Pohlmeyer. Sofern es dann wieder möglich ist, steht ein „wilder Ritt durch das Vereinigte Königreich“ auf dem Programm. Unter annähernd gleichen Voraussetzungen wie beim Balkan-Express führt die Strecke durch England und Schottland. „Das wird ein neun Tages-Trip“, so Pohlmeyer. Fast genau ein Jahr lang sammelte das Team Pohlmeyer/Schepers für das Projekt. Pohlmeyer setzte noch einen drauf: Das Grillzangen-Event startete.

Grillzangen sind der Renner

 In 27 Geschäften, verteilt auf 17 Orte (inzwischen wurde die Zahl auf 14 reduziert), gab es die Spezialanfertigungen mit dem Schriftzug „Hermanns Erben“ und Flaschenöffner für 15 Euro zu kaufen. Fünf Euro kostete die Herstellung, zehn Euro gingen erneut an das Kinderhospiz Bethel. „Das Ziel war es, 200 Stück zu verkaufen“, so Pohlmeyer. Die waren schnell vergriffen. Rund 850 Stück sind inzwischen an den Mann und die Frau gebracht worden. „Ich denke, die 1000 schaffen wir.“ Ob es denn noch eine weitere Spendenaktion geben würde? Das wurde der 41-jährige Leiter des Herzebrock-Clarholzer Bauhofs des Öfteren gefragt, nachdem die Grillzangen-Aktion gut angelaufen war. Eigentlich nicht.

Nächste zündende Idee

 Aber Pohlmeyer wäre wohl nicht Pohlmeyer, wenn nicht wieder eine zündende Idee hätte. Mehrfach hat die Familie bereits Urlaub auf Langeoog gemacht. „Dort stehen überall Bänke, die von Firmen, Privatpersonen oder auch Touristen zu besonderen Anlässen gesponsert wurden“, sagt Pohlmeyer. Ein Vorbild für die jüngste Aktion „Herzebrock-Clarholz sitzt“. Lokal verortet, stellte sich der nächste Erfolg ein: Innerhalb von nur 18 Tagen gelang es dem Herzebrocker, Spender für 50 Bänke zu finden. In den blauen Dunst ist die Aktion aber nicht an den Start gegangen. „Ich habe vorab mit den Fraktionsvorsitzenden und der Verwaltung gesprochen“, so Christian Pohlmeyer. Dabei konnte er bereits recht konkrete Vorstellungen präsentieren.

Die Bänke werden aus recyceltem Kunststoff hergestellt. Sie wiegen rund 90 Kilogramm und seien damit ziemlich stabil. Ein Betonfundament schafft dort, wo nötig, für sicheren Stand. „Vandalismus ist möglich, aber unwahrscheinlich“, sagt der 41-Jährige, der die Bänke für sehr robust hält. Preisanfragen bei verschiedenen Herstellern sowie eine Kalkulation folgten. Herausgekommen ist ein Stückpreis von 350 Euro. Die Sponsoren werden sich auf einem Schild an der Bank wiederfinden. Die Standorte zielen nicht auf die Ortskerne ab, wo die vorhandenen Bänke überwiegend nummeriert und die Standorte klar definiert sind. „Ich bekomme immer mal wieder Hinweise, dass die eine oder andere Bank nicht mehr in Ordnung ist“, sagt der Bauhofleiter. Und das in erster Linien in den Außenbereichen der Orte. „Die stehen alle jottwede verteilt“, so Pohlmeyer. Zum Teil seien die Standorte nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Wie viele Bänke in den Außenbezirken zum Ausruhen einladen, „das ist noch eine undefinierte Zahl“, so Pohlmeyer. 

50 neue Bänke

Sicher ist: An 50 Stellen werden künftig neue Bänke ihren Platz finden. Das Aufstellen soll über den Bauhof erfolgen. Dann sei auch die Frage der Haftung geregelt. „Wir sind dann einfach auf der sicheren Seite“, so Pohlmeyer, der selbst von dem Erfolg der Aktion total überrascht ist. „Die 50 Stück müssen wir erstmal nächstes Jahr aufbauen.“ Aber was bringt eine Bank, wenn niemand so recht weiß, wo sie steht? Auch diesen Punkt hat Pohlmeyer aufgegriffen. Ein Rätselspiel, bei dem die Teilnehmer jede Bank anfahren, sich Buchstaben oder Zahlen merken und so zu einer Lösung kommen, wird überlegt. „Vielleicht könnte man dann einen kleinen Preis vergeben.“ Richtig ausgereift ist die Idee noch nicht. Nachdem die Zusagen für 50 Bänke da waren, hat Christian Pohlmeyer die Aktion gestoppt. „Es hätten aber auch mehr werden können“, sagt er. Die Nachfrage sei groß gewesen. Aber irgendwie müsse er jetzt mal Luft holen und die laufenden Projekte im Hintergrund weiter betreuen. Ein Trost: „Herzebrock-Clarholz sitzt 2022“ lasse grüßen, kündigt er eine zweite Auflage an. Und Christian Pohlmeyer vermutet stark, dass in zwei bis drei Jahren wirklich jede Bank im Gemeindegebiet ersetzt sei. „Und bestimmt noch einige weitere stehen werden.“

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