Altes Brauchtum um die Taufe im Kloster
Bild: Ahlke
Freuten sich über den gelungenen Auftakt der Ausstellung „Altes Brauchtum um die Taufe“ im Clarholzer Klostermuseum: (v. l.) Gottfried Pavenstädt, Angelika Reminghorst, Adelheid Eimer sowie Monika und Wilfried Schmillenkamp.
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Die zweite Vorsitzende des Freundeskreises Propstei Clarholz spannte einen Bogen von den Anfängen des Christentums bis zur Kindertaufe, die nach dem achten Jahrhundert die Erwachsenentaufe ablöste. Es ging um die Änderungen des Taufritus, die Bedeutung der sechs Taufsymbole – geweihtes Wasser, Salbung mit Katechumen- und Chrisamöl, Taufkerze, weißes Taufkleid, Kreuzzeichen –, das Einbeziehen heidnischen Brauchtums in das christliche Sakrament, die Bedeutung und Aufgaben der Taufpaten, die Namensgebung, die Aussegnung der Mutter und die heute übliche Segnung der Eltern. Ausgerüstet mit diesem Basiswissen waren die zahlreichen Besucher eingeladen, die Raritäten der Ausstellung zu entdecken.

Im Zentrum der vom Freundeskreis Propstei Clarholz unter der Kuration von Adelheid Eimer vorbereiteten Ausstellung steht die Sammlung von Monika Schmillenkamp aus Ennigerloh. Sie erläuterte die Herkunft und Gestaltung der historischen Taufkleider und -steckkissen sowie die Tradition der Patenbriefe in kunstvoll gestalteten Kuverts. Ein privater Leihgeber gab Auskunft zu den ebenfalls ausgestellten Taufmedaillen mit religiösen Szenen, die mit den Taufbriefen überreicht wurden. Taufgeschirr, Patengeschenke, Fotos, eine münsterländische Wiege aus der Zeit um 1900, ausgewählte Bibelpassagen, eine Abbildung der Taufe Jesu im Jordan und eine Johannes-Skulptur des Bildhauers Pöppelmann runden die liebevoll gestaltete Ausstellung ab.

Zu den Besonderheiten zählen Taufkleider, die von Familien aus der Region Clarholz, Herzebrock und Lette zur Verfügung gestellt wurden, sowie Exponate der Familie Eistrup. Darüber hinaus erhält man Einblick in das Clarholzer Geburts- und Taufregister von 1870 bis 1912. Darin ist unter der Nummer 53 auch die Geburt von Unternehmensgründer August Claas am 15. Dezember 1887 vermerkt. Gottfried Pavenstädt dankte als Vorsitzender des Freundeskreises Propstei allen Unterstützern der Ausstellung.

Die Ausstellung „Altes Brauchtum um die Taufe“ ist bis 6. Oktober zu sehen. Sie ist sonntags von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 05245/5646 geöffnet.

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