Auf den Spuren der Diva unter den Fröschen
Bild: Schäfer
Ja, wo quaken sie denn? Bei einer abendlichen Wanderung mit der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld in Clarholz hielten die Teilnehmer Ausschau nach dem geschützten Laubfrosch.
Bild: Schäfer

Durch gezielte Maßnahmen soll der Bestandsrückgang der Laubfrösche in Kreis Gütersloh aufgehalten werden. Dazu dient das Schutzprojekt der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld. Wesentlicher Schwerpunkt ist die Umsetzung zahlreicher Schutzmaßnahmen. Die weit verstreut lebenden Populationen werden beispielsweise durch Gewässeroptimierung oder die Neuanlage von Artenschutzgewässern geschützt.

Im Kreisgebiet ist der Laubfrosch noch in Rheda-Wiedenbrück, Herzebrock-Clarholz, Langenberg und in Grenzbereichen von Rietberg zu finden.

Außer den Lebensraumverbesserungen ist die Umweltbildung für Kindergarten und Schulkinder ein Schwerpunkt der Biologischen Station. Neben dem Kreis Gütersloh unterstützt seit 2006 die Stiftung der Kreissparkasse Wiedenbrück das Projekt.

www.biostation-gt-bi.de

Der Bestandsrückgang des Laubfroschs im Kreis Gütersloh soll durch die Anlage von Artenschutzgewässern aufgehalten werden.
Vor gut 15 Jahren hat sich Tegelkamp dem Projekt angeschlossen. Inzwischen gibt es im Umkreis seines Hofs an der Sundernstraße fünf Teiche mit einer Größe von rund vier Hektar. Und dort fühlt sich der streng geschützte Laubfrosch wohl.

Warum das so ist und was der Laubfrosch zum Überleben braucht, erläuterten jetzt Bernhard Walter, Leiter der Biologischen Station, und Conny Oberwelland bei einer Wanderung mit Herzebrock-Clarholzern.  Laubfrösche einfach irgendwo anzusiedeln sei sehr schwierig und glücke in den seltensten Fällen, betonte Walter. Deshalb widmet sich die Biologische Station dem Bestandsschutz.

Laubfrosch ist von Naturschutzmaßnahmen abhängig

„Der Laubfrosch ist inzwischen von Naturschutzmaßnahmen abhängig“, sagte Bernhard Walter und erläuterte typische Dinge, die ein Laubfroschgewässer ausmachen: die Vernetzung von Winter- und Sommerquartier, ein pflanzenreiches und vor allem in der Sonne liegendes Gewässer, Büsche und Sträucher sowie ein Umfeld, das Insekten anlockt. „Am besten eine magere, extensiv genutzte Wiese.“

Eine solche fand die Gruppe unter anderem in der Nähe des Hofs Franzgrote, wo die Familie privat einen Teich angelegt hat. „Hier gibt es die Strukturen, die für Laubfrösche wichtig sind“, sagte Bernhard Walter und wies unter anderem auf Blütenpflanzen hin, die Insekten anlocken. „Hören Sie – da singt eine Dorngrasmücke.“ Eine Art, die mal auf der Roten Liste gestanden, sich aber wieder erholt habe.

Vor 15 Jahren drei Männchen - heute 120

Laubfrösche gab es nicht zu sehen, dafür aber umso stärker zu hören. Die Gruppe machte es sich bei Familie Tegelkamp gemütlich, um den Rufen der grünen Tierchen zu lauschen. Mit Eintritt der Dämmerung begann das Konzert. „Die Männchen locken die Weibchen durch Räp-Räp-Rufe an“, erklärte Conny Oberwelland. „Früher hat man gerade einmal drei Männchen gehört“, ergänzte Franz-Josef Tegelkamp. Heute seien es rund 120. „Mit etwas gutem Willen klappt das Zusammenspiel von Natur und Landwirtschaft“, ist er überzeugt.

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