Aufräumaktion macht Gewölbe sichtbar
Bild: Schäfer
Unter den Gewölbedecken des historischen Hauses Samson verlaufen zum Teil Leitungen.
Bild: Schäfer

„Selbst die dort gelagerten Textilien hatten nichts abbekommen“, sagt Dieter Kösterherm während er die Holztür zum Keller öffnet und die steilen Stufen heruntersteigt. Ob es an dem massiven Mauerwerk lag? Wahrscheinlich, mutmaßt der Schatzmeister des Fördervereins Haus Samson und schaut in die Räume. Keine flache Decke, sondern ein weitläufiges Gewölbe erstreckt sich im Kellergeschoss des Hauses Samson. Kleinere Fenster lassen Tageslicht herein, unter den Decken verlaufen Leitungen, die Wände sind hell getüncht. Ringe an den Decken weisen auf die frühere Nutzung hin. „Da hat die Fleischerei Gildemeister seinerzeit wahrscheinlich Schinken aufgehängt“, so Kösterherm. An vielen Stellen blättert Farbe ab, aber das Mauerwerk scheint bestens erhalten.

Fünf Helfer packen an

Dass sich der Gewölbekeller jetzt in seinen ganzen Ausmaßen mit einigen Blicken erschließt, ist dem Einsatz einiger freiwilliger Helfer zu verdanken. Sie haben auf- und ausgeräumt. Denn bis vor einiger Zeit litt der Keller unter dem Schicksal vieler Artgenossen: Über Jahrzehnte hat er als Lagerraum für alles Mögliche gedient. „Fünf Männer haben sich dann ziemlich spontan entschlossen, zu entrümpeln“, so Dieter Kösterherm vom Förderverein, der das Haus Samson vor 15 Jahren erworben hat und sich dem Erhalt und der Geschichte des historischen Gebäudes widmet. Gesagt, getan: Zwei Tage hat es gedauert, bis alles richtig entsorgt war. Unterstützung hat es laut Kösterherm vom Recyclinghof gegeben, der gleich mehrfach angefahren wurde. Das Ergebnis hat Dieter Kösterherm ins Staunen versetzt: „Wie schön dieser Keller ist.“ Das habe man vorher gar nicht sehen und begreifen können. Außer dem Entrümpeln habe der Förderverein nur Licht installieren lassen. Unternehmer Andreas Burholt war vor Ort. „Und er hatte die Idee, das Licht nicht an den Decken, sondern an den Seitenwänden zu installieren“, so der Schatzmeister. Eine gute Entscheidung, urteilt er. Denn mit den rustikalen Leuchten auf Kniehöhe komme die Weitläufigkeit des Gewölbekellers bestens zur Geltung. Besondere Schätze wurden bei der Aufräumaktion nicht gefunden. Eine alte Kelle und einen Metallstuhl habe man behalten, so Kösterherm.

Keller kann besichtigt werden

Das historische Kleinod des Gewölbekellers will der Förderverein der Öffentlichkeit nicht vorenthalten. Das geschichtsträchtige Haus ist ohnehin Bestandteil und Anlaufpunkt bei zahlreichen Führungen. Ob mit Heinrich Klasmann oder Gottfried Pavenstädt – immer wieder besichtigen Gruppen auch das Haus Samson, in dem seit Jahren auch die Künstlergruppe 13 Galerieräume sowie eine Steuersozietät ihren Sitz hat. Künftig auch die neuen Gästeführer der Gemeinde. „Und jetzt können wir auch den Gewölbekeller zeigen“, sagt das Vorstandsmitglied des Fördervereins nicht ohne Stolz.

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