Ausstellung zum Ersten Weltkrieg
Bild: Petermeier
Persönliche Schicksale des Ersten Weltkriegs präsentiert die Ausstellung „Mir geht es noch gut“, die momentan im Herzebrocker Rathaus gezeigt wird. Ausgearbeitet wurde sie vom Projektkursus Geschichte des Harsewinkeler Gymnasiums. Zur Eröffnung kamen (v. l.) Gemeindearchivar Eckhard Möller, die Schülerin Kristina Busse, Bürgermeister Jürgen Lohmann und Schülerin Pia Hanebrink.
Bild: Petermeier

Am Mittwochabend eröffneten Pia Hanebrink und Kristina Busse stellvertretend für den Projektkursus Geschichte gemeinsam mit Gemeindearchivar Eckhard Möller und Bürgermeister Jürgen Lohmann die Gemeinschaftsausstellung zu den Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf Herzebrock-Clarholz und Harsewinkel. Der Bürgermeister bedankte sich für die Arbeit, die die Gymnasiasten auf sich genommen hatten, um die regionale Geschichte aufzuarbeiten. Zahlreiche Besucher ließen sich die Eröffnung nicht entgehen und schätzten die detailliert aufbereitete Geschichtsarbeit.

Vor 100 Jahren zogen die ersten Soldaten in den hochindustriell geführten Krieg. Das nahm der Projektkursus Geschichte unter der Leitung von Stefan Zier und Dennis Grundhöfer zum Anlass, den Kriegsverlauf aus einer neuen Perspektive zu erfassen. Personalisiert und an den Ort gebunden sollte er sein und dadurch einen neuen Zugang zur Geschichte ermöglichen.

Es war ein langer Weg bis zur fertigen Ausstellung: Originalquellen mussten im Archiv gesucht, gesichtet und ausgewertet werden – eine Methode, die im Schulunterricht häufig zu kurz kommt. Die Ausstellungstafeln sowie die persönlichen Projektarbeiten der Jugendlichen sind schließlich das Ergebnis einer zwölfmonatigen Recherche. „Wir haben da wirklich viel Zeit investiert. Das sind schon kleine Schätze für uns geworden“, erinnerte sich Pia Hanebrink.

Gegliedert in drei große Themenkomplexe überzeugt das Ergebnis. Während im ersten Teil ein Einblick in die Arbeit der Presse vor und während des Kriegs mit einem besonderen Fokus auf die Propaganda gelegt wird, geht es im zweiten Teil vermehrt um die Feldpost. Persönliche Schicksale, Angst und die Hoffnung auf eine gesunde Wiederkehr der Soldaten zeigen dort ein Bild der Gesamtsituation. Typische Herzebrocker Namen wie Birwe oder Cordes bilden schließlich den Abschluss der Ausstellung. Biographien einzelner Soldaten und Schlachtpläne zeigen eine personenbezogene Entwicklung des Krieges.

Besonders stark vom Ersten Weltkrieg geprägt ist Frankreich. Deshalb soll die Ausstellung auch in der Herzebrocker Partnerstadt Le Chambon-Feugerolles der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Übersetzung der Tafeln ist bereits in Arbeit.

Musikalisch untermalt wurde die Eröffnung von den Music-Monsters aus Herzebrock-Clarholz. Seit einem Jahr spielen die Schüler der sechsten Jahrgangsstufe der Von-Zumbusch-Gesamtschule unter der Leitung von Carsten Möller ihre Instrumente. Die Arbeitsgemeinschaft Musik begeisterte mit ihrem eigens für die Ausstellungseröffnung eingeübten Medley World War I, das den Kriegsverlauf musikalisch umsetzt.

Noch heute werden jährlich zwischen 30 000 und 40 000 Opfer der Weltkriege gefunden. Stefan Schmidt vom Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge folgte der Einladung der Gemeinde an diesem Abend und gab Interessierten zur Ausstellungseröffnung die Möglichkeit nach vermissten Angehörigen in der Datenbank zu suchen. Die Suche ist auch von zu Hause aus auf der Internetseite des Volksbunds möglich.

Die Ausstellung kann noch bis Freitag, 7. November, im Foyer des Rathauses besichtigt werden. Führungen für Gruppen erfolgen auf Anfrage. Eine Anmeldung ist erwünscht: Tel. 05245/444120 oder Tel. 05247/935127.

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