Barnier beschwört europäischen Gedanken
Bild: Ahlke
Die Teilnehmer des Erwachsenenaustauschs lernten das Miele-Werk in Oelde-Lette kennen. Mit dabei (Mitte v. l.) Bürgermeister Marco Diethelm, Michel Rochette (Vorsitzender des Ausschusses für Städtepartnerschaften), Wilhelm Towara (Verein für Städtepartnerschaften und Freundschaften) sowie Bürgermeister Jean-François Barnier.
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Die Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlicher Nationen würden das Fundament, auf dem gegenseitiges Verständnis und friedliches Miteinander basieren, bilden, so der Franzose. Seit 44 Jahren sind Le Chambon-Feugerolles und Herzebrock-Clarholz verschwistert und pflegen seitdem regelmäßige Begegnungen von Schülern und Erwachsenen. Jüngst waren 35 Franzosen zu Gast. Das vom Verein für Städtepartnerschaften und Freundschaften Herzebrock-Clarholz vorbereitete Programm bot außer wirtschaftlichen und kulturellen Angeboten viele Möglichkeiten zu gemeinsamer Aktivität.

So lernten französische Gäste und deutschen Gastgeber das Unternehmen Miele kennen. In Lette führten Mitarbeiter zwei sprachlich gemischte Gruppen durch den auf den Bau von Herden für den europäischen und amerikanischen Markt. Was den neuen Einsatzleitwagen der Freiwilligen Feuerwehr Herzebrock-Clarholz, Löschzug Möhler, auszeichnet, erfuhr eine französische Ratsdelegation bei dessen offizieller Übergabe. Ein Großteil der Austauschteilnehmer lernte die Kornbrennerei Berentzen in Haselünne kennen. Abends traf man sich im Gesindehaus Möhler zum Essen. Bürgermeister Marco Diethelm betonte dabei, wie bereichernd er die Partnerschaftsaktivitäten während seiner noch kurzen Amtszeit erlebe und wie positiv der Stress als Gastgeber sei. Er dankte allen gastgebenden Familien, Organisatoren und seinen Amtsvorgängern.

Bürgermeister Jean-François Barnier erinnerte unter anderem an den 1963 zwischen den Kanzlern Charles de Gaulle und Konrad Adenauer geschlossenen Freundschaftsvertrag, mit dem das Ende der Erbfeindschaft zwischen Deutschland und Frankreich besiegelt werden sollte. Was heute selbstverständlich zu sein scheine, sei durch diesen Vertrag möglich geworden: den Frieden in Europa durch das gegenseitige Kennenlernen und Freundschaft zu sichern. „Lassen Sie sich nicht durch Populisten blenden, die die gewachsene Europäische Union spalten wollen“ appellierte Barnier angesichts der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen und der Landtagswahlen in NRW. Die gemeinsame Arbeit für den Frieden und ein gutes Zusammenleben in einem vereinten Europa seien ihm eine Herzensangelegenheit. Zwischen den beiden Partnerstädten werde das gelebt, betonte das Gemeindeoberhaupt.

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