Befahren des Schulhofs bleibt verboten
Bild: Schäfer
Das Umfahren der Absperrpfosten am Schulzentrum durch Anlieferer will die Gemeinde nicht mehr dulden.
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In der jüngsten Ratssitzung nutzte Kai Hoffmann als Trägervereinsvorsitzender die Fragestunde für Einwohner, um Auskunft zu bekommen. Kurz zuvor hatte er ein Schreiben der Verwaltung erhalten, in dem auf das Verbot zum Befahren des Schulhofs hingewiesen worden war. Hoffmann fragte nach Gründen, die Fachbereichsleiter Wilhelm Towara erläuterte.

Demnach untersagt das geltende Ortsrecht ein Befahren solcher Flächen. Geregelt ist das in Paragraph drei, der dem Schutz der Verkehrsflächen und Anlagen gewidmet ist. Die Bestimmung ist Bestandteil der Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, wie die genaue Bezeichnung lautet. Towara informierte, dass auch Fotos vorliegen, auf denen ein Lastwagen und spielende Kinder zu sehen seien.

Für das Café Weitblick erläuterte Kai Hoffmann in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Verkehr, Sicherheit und Ordnung, noch einmal die Problematik. Inzwischen werde nur noch einmal in der Woche angeliefert und das geschehe außerhalb der Pausenzeiten, sagte Hoffmann. „Aber es muss ja auch Personal vor Ort sein“, hoffte er auf einen Kompromiss mit der Gemeinde, damit die Kühlkette für die Waren nicht unterbrochen werden muss. Über Transportboxen verfüge der Anlieferer nicht, um den Weg vom Parkplatz bis zum Café zurückzulegen.

Erst kürzlich habe dazu eine Untersuchung des Kreisveterinäramts stattgefunden, informierte Towara. „Die 150 Meter sind in fünf Minuten zu bewältigen“, sagte der Fachbereichsleiter. Das sei also kein Problem. Wenn die Außentemperaturen allerdings höher seien als derzeit, sehe es bei Backwaren und Eis anders aus: „Unter Umständen könnten dann Temperaturabweichungen entstehen, die problematisch sein könnten“, formulierte Towara die Ergebnisse einer weiteren Messung durch das Veterinäramt vorsichtig.

Die Möglichkeit, eine Anfahrt über die Feuerwehrzufahrt – die über die Liegewiese führt – zu nutzen, sei kurzfristig nicht umsetzbar. Towara: „Von heute auf morgen geht das nicht.“

Keine Ausnahme vom Bürgermeister

Zwar könnte Bürgermeister Marco Diethelm eine Sondergenehmigung für die Belieferung des Cafés ausstellen. Doch das wird er nicht tun, wie er deutlich macht: „Ich werde das nicht unterschreiben, auch wenn ich nicht haftbar wäre, wenn etwas passiert. Aber moralisch möchte ich das einfach nicht“, sieht er die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen, die sich vielfach auch nachmittags auf dem Schulhof aufhalten, schlicht für zu groß an.

Und somit bleibt die Regelung im Ortsrecht, die seit 16 Jahren gilt, bestehen. Nicht nur für die Anlieferung des Cafés Weitblick, sondern auch für alle anderen Anlieferungen an die Schule oder das Hallenbad. „Das Verbot gilt für alle“, unterstrich auch CDU-Ratsherr Klaus Schönekäs.

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