Begräbniswald wird gut angenommen
Bild: Reinhardt
Informationstafeln zum Herzebrocker Begräbniswald stehen auf den beiden Parkplätzen an der Groppeler Straße neben der Friedhofshalle und an der Kuhlmannstraße. Förster Klaus Buhl zeigt auf dem Lageplan, wo sich der Andachtsplatz befindet.
Bild: Reinhardt

50 Bestattungen hat es in den fast zwei Jahren bereits gegeben. Rund 300 Vorsorgeverträge wurden abgeschlossen. Einmal im Monat bietet das Forstamt einen informativen Rundgang durch den Wald an. „Von Mal zu Mal kommen dazu mehr Teilnehmer“, sagt Förster Klaus Buhl. Zuletzt waren es 50. Durchschnittlich seien 20 Interessenten dabei.

Die Besucher kommen aus ganz Ostwestfalen-Lippe, die meisten von ihnen aus Gütersloh, Bielefeld und Rheda-Wiedenbrück. „Aber auch aus Bremen und Frankfurt waren schon Interessenten hier, haben sich einen Baum ausgesucht und eine Urnengrabstelle gekauft“, berichtet Klaus Buhl.

Unterschieden wird zwischen Gemeinschaftsbäumen, Familien- oder Freundschaftsbäumen und Wunschbäumen. Am Basisgemeinschaftsbaum werden die Urnengrabstellen im Wurzelbereich eines Laubbaums vom Förster zugewiesen. Insgesamt werden dort zwölf Urnen beigesetzt. An einem solchen Baum für mindestens 30 Jahre das Nutzungsrecht für eine Urne zu erwerben, ist die günstigste Variante und kostet 400 Euro. Auch eine anonyme Bestattung ist möglich.

Die Familien- oder Freundschaftsbäume mit bis zu acht Grabstellen suchen die Erwerber selbst aus. Dabei bilden die Wunschbäume eine Besonderheit. Für sie ist eine Fläche im Fuchsbruch gesondert ausgewiesen. Interessenten dürfen dort einen selbst gekauften oder gezogenen Laubbaum pflanzen. Bei der Auswahl hilft Förster Buhl. „Der Baum muss standortgerecht sein“, betont der 62-Jährige. „Nadelholz ist nicht erlaubt.“

Bei den Bestattungen hat der Förster bereits einiges erlebt. Auf dem Andachtsplatz mitten im Wald, der vor allem in der warmen Jahreszeit gut angenommen werde, habe er bereits mit 300, aber auch schon mit nur 3 Trauergästen gestanden. Einmal habe ein kleines Streichorchester gespielt, ein anderes Mal ein Kinderchor gesungen. Pop-Musik erklang aus einem Ghettoblaster, Luftballons stiegen in den Himmel. „Alles ist möglich“, sagt Klaus Buhl, der schon der nächsten Führung entgegenblickt. Sie beginnt am Sonntag, 5. Oktober, um 11.30 Uhr auf dem Parkplatz an der Friedhofskapelle. Weitere Informationen zum Begräbniswald stehen im Internet.

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