Beide Kandidaten rechnen sich Chancen aus
Bild: Schäfer
Fanclub in der Wahllobby: UWG-Bürgermeisterkandidat André Kunst rechnet sich nach dem Erreichen der Stichwahl gegen seinen Konkurrenten Marco Diethelm von der CDU Chancen aus.
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André Kunst ist auch einen Tag nach der Wahl die Freude noch deutlich anzumerken. „Jetzt werden die Karten neu gemischt“, ist der 43-Jährige überzeugt, nachdem er sein ausgegebenes Ziel, die Stichwahl, erreicht hat. André Kunst plant weitere Hausbesuche und hofft, bisherige Nichtwähler aktivieren zu können. Bei der Stichwahl rechnet er sich Chancen aus. „Die 47,65 Prozent von Marco Diethelm sind das schlechteste Ergebnis, das ein Bürgermeisterkandidat der CDU in Herzebrock-Clarholz je hatte“, sagt Kunst.

Marco Diethelm selbst bleibt gelassen. „Der Vergleich hinkt“, findet der 27-Jährige. „Es gab bisher nur Jürgen Lohmann als Bürgermeisterkandidaten der CDU und noch nie drei Bewerber.“ Diethelm verweist lieber darauf, dass er von den CDU-Bürgermeisterkandidaten im Kreis Gütersloh am Sonntag noch das beste Ergebnis erzielt habe. Auf die Stichwahl sei er vorbereitet. „Es war klar, dass es bei drei Bewerbern sehr schwierig wird“, sagt Diethelm. Auch er will die verbleibende Zeit nutzen, um weitere Wähler zu mobilisieren. Zwar hatte er sich vorgenommen, bis zum 13. September alle Haushalte in Herzebrock-Clarholz zu besuchen, aber geschafft habe er das dann doch nicht. „Das werde ich jetzt nachholen“, so Diethelm. Für die Bürger nimmt er sich bei den Gesprächen viel Zeit. „30 Minuten kann das schon mal dauern“, sagt er.

Unter ihren Erwartungen ist GAL-Kandidatin Petra Lakebrink geblieben. Sie habe sich gewünscht, mehr als 20 Prozent zu erreichen und habe dieses Ziel nun mit 19,58 Prozent knapp verfehlt. „Nach den vielen positiven Rückmeldungen hatte ich mit mehr gerechnet“, sagt die 51-Jährige. Aber die GAL habe Präsenz gezeigt und eine Wahlalternative geboten, die viele auch genutzt hätten.

Die GAL-Bürgermeisterkandidatin will nach ihrem Ausscheiden keine Empfehlung für einen der beiden Kandidaten bei der Stichwahl am Sonntag, 27. September, geben. Den Wählern legt sie ans Herz, genau hinzuhören und zu schauen, wer die Gemeinde gut nach außen vertreten könne, wer Führungsqualitäten habe und wer die Bürger gut vertreten könne. „Ich werde weiterhin alle animieren, zur Wahl zu gehen“, sagt Petra Lakebrink. Am vergangenen Sonntag hat nicht mal jeder zweite Herzebrock-Clarholzer gewählt.

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