Bis zu 60 Wohnungen entstehen in Clarholz
Bild: Schäfer
Werden die Planungen für den Marktplatz und die anschließende Fläche Richtung Liermann umgesetzt, müssen die Kastanie und die Linde vor der Gaststätte Huckenbeck fallen. Die Kritik daran sei dann gemeinsam auszuhalten, machte Karl-Hermann Schlepphorst im Ausschuss deutlich.
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Das hat unter anderem wirtschaftliche Gründe erläuterte Immobilienmakler Georg Bruns am Montagabend im Planungsausschuss. Denn: Die Stellplatzfrage für Autos soll durch eine Tiefgarage gelöst werden. Und die kostet Geld. Dafür könne aber die Zahl der Wohnungen in den vier Bauten leicht erhöht werden, so Bruns.

Details zur Entwicklung

Er erläuterte in der Sitzung weitere Details zu der Entwicklung („Die Glocke“ berichtete mehrfach). „Es handelt sich ausschließlich um Mietwohnungen“, so Bruns. Rund 40 Wohnungen sollen in vier Häusern, dreigeschossig mit Satteldach, entstehen. Weitere 20 sind über den beiden zum Marktplatz ausgerichteten Discountern geplant. „Wir glauben, dass es attraktive Wohnungen werden“, zeigte sich Bruns überzeugt.

Über den Märkten könnte ein Laubengang im Obergeschoss angeordnet werden, im rückwärtigen Bereich dann auch Terrassen. Erhält der Bau zum Marktplatz ein Satteldach, sind die vier anderen Häuser mit Flachdach versehen, um sich optisch abzuheben. Eine „ideale Ausnutzung der Wohnbebauung“ entstehe laut Bruns. Im Plan sind zwischen den vier Bauten Grünflächen, ein Spielplatz sowie eine fußläufige Anbindung an die Südstraße vorgesehen. Die Tiefgarage soll komplett unter den Neubauten verlaufen. Fahrrad- und Waschkeller sind in abgespeckter Form vorgesehen.

Ausschuss begrüßt die Planung

Wo werden angesichts der Wohnungszahl die Mülltonnen für die Abfuhr postiert? Gibt es einen Kurzzeitparkplatz für Anlieferungen? Diese und andere Detailfragen werden unter anderem bei der weiteren Planung geklärt. „Wir brauchen jetzt ein Signal, ob wir uns auf diese Planung rechtsverbindlich einlassen“, forderte Karl-Hermann Schlepphorst, Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Umwelt aus dem Rathaus, am Montag ein Votum des Gremiums. Das fiel bei einer Enthaltung positiv aus.

„Auf den ersten Blick sieht die Bebauung vielleicht recht wuchtig aus“, so Immobilienmakler Georg Bruns. Er hatte dabei insbesondere den Neubau am Standort Huckenbeck im Blick und relativierte: „Es handelt sich aber tatsächlich um ein klassisches Wohn- und Geschäftsgebäude.“ Bedenken angesichts der Gesamtplanung äußerte Dr. Christine Disselkamp (CDU), die sich bei der abschließenden Abstimmung enthielt. „Das verändert das Gesicht des Orts“, sagte sie. Sie sei sich nicht sicher, ob es nicht einfach zu viele Wohnungen in einem Quartier wären. Ihr komme die Bebauung zu hoch und zu massiv vor.

Die wäre aber auch nach dem geltenden Bebauungsplan möglich gewesen, machte Schlepphorst klar. Er wies darauf hin, dass die bauliche Kante der Bauten zum Marktplatz sich in etwa so darstelle, wie das vorhandene Haus an der Lindenstraße 6. Als städtebaulich ansprechend wertete Bürgermeister Marco Diethelm den Entwurf. Und vor dem Hintergrund des Wohnraumbedarfs, der gewünschten kommunalen Nachverdichtung und auch des Klimaschutzes (Bauen in die Höhe und Tiefe) sei das Konzept zu begrüßen. Verglichen mit vorherigen Planungen sei das jetzt der „interessanteste Entwurf“, stimmte Bernhard Petermann (CDU) zu. Und UWG-Ratsfrau Jutta Jostkleigrewe-Vielstädte schloss sich dem Kanon an: „Ich finde den Plan äußerst positiv.“

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