Blutspende-Aktion an der Brocker Mühle
Bild: Reinhardt
Der Moment der Blutspende: Während draußen auf der Wiese die Motorräder parken, hat Maik Stricker im Blutspende-Mobil Platz genommen. 500 Milliliter werden entnommen. Im Hintergrund bereitet Laborant Uwe Stickdorn vom DRK-Blutspendedienst West die Spendenbeutel vor.
Bild: Reinhardt

„Der Blutspendetermin hier beim Motorradtreff ist immer sehr gut besucht“, sagt Laborant Uwe Stickdorn. Er zählt zum vierköpfigen DRK-Team des Blutspendedienstes West, das mit dem Blutspende-Mobil zur Brocker Mühle gekommen ist. „Es gibt hier auch immer mehr Erstspender als bei anderen Terminen“, so Stickdorn.

Zu den langjährigen Spendern zählen Gerhard (70) und Maik (40) Stricker. Vater und Sohn nehmen die Termine an der Brocker Mühle regelmäßig wahr. „Die Spende hilft anderen und vielleicht auch einmal einem selbst“, sagt Maik Stricker. Zusätzliche Motivation für seine Spendenbereitschaft ist seine Blutgruppe: B negativ. „Nur zwei Prozent der Bevölkerung haben dieses Blut“, berichtet der Versmolder, der zu Studienzeiten mit dem Spenden begonnen hat. Vater Gerhard hat sich später vom Filius inspirieren lassen. Seitdem werden Vater und Sohn regelmäßig vom Roten Kreuz angeschrieben. Die Termine an der Brocker Mühle nehmen die leidenschaftlichen Motorradfahrer immer gern wahr. Kürzlich haben sie in der eigenen Familie erfahren, wie wichtig Blutkonserven sind. „Meine Schwester hat sechs Liter Blut bekommen“, erzählt Maik Stricker.

Nur durch den Motorradtreff ist Sebastian Perez Barrocal zum Blutspender geworden. „Vor zwei Jahren bin ich hier über die Aktion gestolpert“, erzählt der Gütersloher, der regelmäßig mittwochs mit seinem Motorrad an der Brocker Mühle vorbeischaut. „Warum soll ich nicht spenden?“, fragt Sebastian Perez Barrocal. „Ich bin doch sowieso hier.“

Aber nicht nur Motorradfahrer nehmen den Termin wahr. Veronika Klomfas aus Clarholz ist mit einer Freundin im Auto gekommen. Die jungen Frauen wollen zum ersten Mal spenden. Doch während die Freundin nach dem Gespräch mit der Ärztin auf der Liege im Blutspende-Mobil Platz nehmen darf, muss Veronika draußen warten. Weil sie sich aktuell in zahnärztlicher Behandlung befindet, kommt sie als Spenderin derzeit nicht infrage. „Ich will es aber später noch einmal versuchen“, sagt sie.

Die Blutspende-Aktion beim Motorradtreff an der Brocker Mühle lockt auch die Nachbarn aus der Bauerschaft an. Die Quenhorner kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

 Sie alle dürfen sich nach der Spende, die fünf bis zehn Minuten Zeit in Anspruch nimmt, von der Blutspendegruppe des DRK-Ortsvereins Gütersloh verwöhnen lassen. Heidi Bodenburg und Ingeborg Lorenz bereiten im Saal der Gaststätte den Imbiss für die Spender vor. „Die Familie Greweling stellt uns die Räumlichkeit freundlicherweise zur Verfügung“, sagt die Blutspendebeauftragte Elke Volkmann. Sie komplettiert mit Klaus Wiesrecker das vierköpfige Team der Gütersloher, das traditionell die Aktion an der Brocker Mühle begleitet.

„Es ist wichtig, sich nach der Spende noch zehn Minuten auszuruhen“, sagt Uwe Stickdorn vom Blutspendedienst West. Außerdem soll man viel trinken und körperliche Anstrengungen vermeiden.“ Zwischen zwei Spenden sollten mindestens 56 Tage liegen. Männer dürfen sechsmal, Frauen viermal im Jahr spenden.

Laut Informationen des DRK wird statistisch gesehen das meiste Blut zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. „Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen zahlreiche Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen“, so das DRK. Der Bedarf an Spenderblut steige ständig. Nach dem AB0- und Rhesus-System werden acht Blutgruppen unterschieden, deren Häufigkeit sehr unterschiedlich ist. 36 Prozent der Bevölkerung haben A positiv, 34 Prozent 0 positiv, 9 Prozent B positiv, 7 Prozent A negativ und 0 negativ, 4 Prozent AB positiv, 2 Prozent B negativ und 1 Prozent hat AB negativ. Bluttransfusionen sollten blutgruppengleich ausgeführt werden. So werden lebensbedrohliche Reaktionen beim Empfänger vermieden.

SOCIAL BOOKMARKS