Bürgermeisterkandidaten im Gespräch
Bild: Schäfer
Beim Kandidaten-Check: (v. l.) Marco Diethelm (CDU), Petra Lakebrink (GAL), der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands, Andreas Westermeyer und André Kunst (UWG).
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Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands führte mit teils flotten Sprüchen durch den dritten Kandidaten-Check in der Gemeinde – vor vollem Haus im Saal der Gaststätte Schlüter. Das Landvolk hatte eingeladen und die Vorsitzenden der örtlichen Verbände freuten sich über die gute Resonanz. Als Moderator suchte Westermeyer wenn möglich den thematischen Draht zur Landwirtschaft, schloss aber auch andere Bereiche nicht aus. Dass keiner der drei Kandidaten aus der Landwirtschaft kommt, oder einen engen Bezug pflegt, daraus machten sie keinen Hehl. Petra Lakebrink landete gleich zu Beginn eine annähernde Punktlandung auf die Frage wie viel der Gemeindefläche denn landwirtschaftlich genutzt werde: „Zwei Drittel“, so die 50-Jährige. Und lag damit nah an den 71 Prozent, die Westermeyer nannte.

Einer von vielen Punkten war der Internetausbau, zu dem der Moderator Stellungnahmen einforderte. „Wir Landwirte sind auf ein schnelles Internet angewiesen und müssen alle Daten darüber vermitteln.“ Marco Diethelm (CDU) plädierte für einen „mutigen Schritt“ und die Investition in Glasfaserkabel, schloss aber auch eine Beteiligung der Anwohner im Außenbereich vom Hof bis zur Straße nicht aus.

Auf einem guten Weg sieht André Kunst die Kommune. In Absprachen mit Kreis und Land will er Fördermöglichkeiten ausschöpfen und natürlich die Außenbezirke gut versorgt wissen. Petra Lakebrink forderte, dabei nicht nur die gemeindlichen Finanzen, sondern auch die persönlichen im Blick zu haben, um die Bürger nicht zu überfordern.

In Sachen Windenergie wies Marco Diethelm darauf hin, dass die Gemeinde, Vorranggebiete ausweisen sollte, ansonsten könnten die Räder „überall entstehen.“ Letztlich würde über Einzelanträge entschieden, zeigte sich André Kunst überzeugt und merkte an, dass er beim Thema Klimaschutzsiedlung in Herzebrock-Clarholz nicht locker lassen werde.

Petra Lakebrink berichtete von Gesprächen mit Anwohnern nahe Winderrädern. Ihrer Erfahrung nach würden sich die negativen Auswirkungen, von denen oft im Vorfeld gesprochen werde, dann relativieren.

Der Kreisvorsitzende forderte auch Stellungnahmen zur Dorfentwicklung: Hier stellte Marco Diethelm ein Umdenken fest. Sei es von Initiativen, die den Kauf im Ort fördern oder die Hinwendung zu Hofläden. „Man könnte ja auch mal Hofläden ins Zentrum holen“, schlug er vor.

Petra Lakebrink betonte, dass die Ortskerngestaltung nicht nur den Einzelhandel betreffen. Seitens der Gemeinde werde im Zusammenhang mit der Verschönerung der Ortskerne auf gute Ideen der Bürger gewartet. „Seien sie einfach mutig“, wandte sie sich an die Besucher. Hier sah auch André Kunst einen Ansatzpunkt, denn die entsprechenden Förderprogramme „werden teilweise ja gar nicht genutzt“. Eine noch intensivere Diskussion mit den Bürgern sieht er als möglichen Weg. A

n den eigenen Fähigkeiten, das Amt ausüben zu können, zweifelte keiner der drei, die alle bereits Personalführung ausüben. Liegen Petra Lakebrink unter anderem das Miteinander der Generationen, Soziales und Bildung am Herzen, so forderte sie auch etwas ein: „Man muss zur Wahl gehen, damit es auch eine demokratische Wahl wird“, hofft sie auf den Mitbestimmungswillen des Bürgers. Für André Kunst ist der Bürgermeister ein Mittler zwischen Rat und Verwaltung. Die stärkere Einbindung der Bürger ist ihm sehr wichtig. „Es gibt keine Ausbildung zum Bürgermeister“, sah sich Marco Diethelm gut aufgestellt. Er unterstrich, dass ihm Offenheit und Ehrlichkeit insbesondere im Umgang mit den Bürgern und der Verwaltung viel bedeuten. „Jeder kann sich seine Meinung bilden und im September dann entscheiden“, sagte Andreas Reckord für das Landvolk und dankte allen Teilnehmern.

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