CDU, SPD und FDP kämpfen für B 64 n
Bild: Reinhardt
Auf dem Podium in der Bolandschule: (v. l.) Johannes Elstner (FDP), Hans Feuß (SPD), Ursula Doppmeier (CDU), der Vorsitzende des Vereins „Pro B 64 n“, Bürgermeister Jürgen Lohmann, der stellvertretende Vereinsvorsitzende Ingo Steinel und Hendrik Schrenk von der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld.
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Von den Landtagskandidaten hatten allerdings nur Frank Elstner (FDP), Hans Feuß (SPD) und Ursula Doppmeier (CDU) den Weg in die Aula der Gemeinschaftsgrundschule gefunden. So gab es dann auch keine kontroversen Debatten, denn der Tenor der anwesenden Politiker war eindeutig: „Wir brauchen die Umgehungsstraße für Herzebrock-Clarholz.“

„Die großen Parteien müssen an einem Strang ziehen“, sagte Ursula Doppmeier. Nur so könne man gemeinsam zum Ziel kommen, und den Bau der Straße verwirklichen. Nicht nur für die Menschen im Ort, sondern auch für zahlreichen Unternehmen in der Region sei das von Bedeutung, und „unser aller Ziel muss es doch sein, dass sich Herzebrock-Clarholz wirtschaftlich weiterentwickelt“, so Doppmeier.

Dass das in der Zukunft nur mit einem gut ausgebauten Straßennetz möglich sein wird, hatte zu Beginn der Veranstaltung Hendrik Schrenk von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld mit einem Referat dargestellt. „Wir wollen als IHK verdeutlichen, dass die Straße Erreichbarkeit von Unternehmen sichern soll“, betonte der Leiter des Referats Verkehr, Stadt- und Regionalplanung bei der IHK. Der Experte prognostizierte: „Der Straßengüterverkehr wird bis 2030 erheblich zunehmen.“ Die B 64 n würde die Ortsdurchfahrt mit derzeit bis zu 15 000 Fahrzeugen am Tag um 45 bis 65 Prozent entlasten.

Der Vorsitzende des Vereins „Pro B 64 n“, Bürgermeister Jürgen Lohmann, verwies einmal mehr auf die derzeit problematische Situation der Bundesstraße mit der dazu parallel verlaufenden Bahnlinie: „Mit den vielen Bahnübergängen ist Sicherheit nur möglich, wenn man die Straße verlegt“, so Lohmann.

Johannes Elstner betonte, dass sich die FDP schon immer für die Umgehungsstraße positioniert habe. Die Prioritätenliste des Bundes, auf der die B 64 n nicht vertreten ist, sei „keine ehrliche Liste“, sagte Elstner. Dabei sei es nicht um Kriterien gegangen, sondern lediglich darum, wer am lautesten geschrien habe.

Da hakte auch Hans Feuß ein: „Wir müssen gemeinsam als Teutonen auftreten“, appellierte der Harsewinkeler an seine Mitstreiter. Nur das Land und der Bund gemeinsam könnten die B 64 n auf der Priorisierungsliste nach oben bringen.

Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Wibke Brehms, ließ in einer schriftlichen Stellungnahme zur Umgehungsstraße B 64 n vernehmen: „Es ist unehrlich, wenn behauptet wird, die Straße könnte in absehbarer Zeit gebaut werden.“

Auch Ludger Kleinridder von den Linken hatte sich schriftlich geäußert und betont, eine Zerstörung von Ackerflächen durch die Umgehungsstraße dürfe nicht erfolgen. Ein wirtschaftlicher Aufschwung komme nicht durch die Umgehungsstraße.

Die Piraten hatten auf die Einladung zur Podiumsdiskussion nicht reagiert. Sie waren auch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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