Dem Geheimnis von Tim auf der Spur
Bild: Schäfer
In der Justizvollzugsanstalt las Mitarbeiter Lutz Venten einer Schülergruppe vor, die auf der Station der Lesereise von Svenja Weeske als Fördervereinsvorsitzender begleitet wurde.
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Sie sind auf Lesereise und machen Station im Gefängnis an der Holzhofstraße. „Das nennt man auch Justizvollzugsanstalt“, klärt Mitarbeiter Lutz Venten die jungen Gäste zur Begrüßung auf. Der Justizvollzugsbeamte führt die bunte Schar in den Besucherraum. Und stellt vor Beginn seinerseits erst einmal Fragen: Was ist das überhaupt die Lesereise und warum wird sie gemacht? „Weil wir in der Schule sind und lernen sollen“, kommt es prompt.

Nähere Infos gibt Svenja Weeske, die Vorsitzende des Fördervereins der Wilbrandschule. Sie begleitet die Kinder an diesem Nachmittag. „Die Lesereise ist ein Projekt zur Leseförderung und soll einfach Lust auf’s Lesen machen“, fasst sie zusammen. Gelesen wird an verschiedenen Stellen im Ort. Svenja Weeske: „Für das Gefängnis hatten wir sehr viel mehr Anmeldungen als Plätze.“ Das hat sie auch erwartet: Immerhin kommt man nicht alle Tage in die Einrichtung. Dabei geht es bei der Lesereise nicht in eine Zelle, sondern in den Besucherraum. Eben der spielt aber auch in der Geschichte „Tim und das Geheimnis der blauen Pfote“, die Lutz Venten vorliest, eine Rolle. Denn dort trifft das Eichhörnchen Tim seinen Vater. Der hat Nüsse geklaut und ist jetzt im Gefängnis: „Das Zimmer, in dem wir Papa treffen werden, ist der Besucherraum. Papa kommt durch eine andere Tür als ich herein“, liest Venten, der die Geschichte mit Bedacht ausgewählt hat.

Und trifft den Nerv der Kinder: Die warten gespannt, dass sich das Geheimnis um die blaue Pfote von Tim lüftet. Aufgetaucht ist diese mit dem plötzlichen Wegbleiben des Vaters – und verschwindet, als Tim erfährt, was geschehen ist und wo sein Papa sich aufhält. „Auch wenn es schlimm ist, was passiert ist, es ist weniger schrecklich, wenn darüber geredet wird“, fasst Lutz Venten zusammen.

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