Denken in Schichten, Malerei mit Akribie
Bild: Pieper
Joan Moreno stellt im Clarholzer Haus Samson Grafiken und Malerei aus. 
Bild: Pieper

Nicht von ungefähr wagt die Künstlergruppe 13 ihre beiden Neuzugänge jetzt in einer gemeinsamen Ausstellung zu präsentieren.

 Am Freitag, 12. August,  findet die Vernissage von „Intro“ mit Arbeiten des Gütersloher Malers und Grafikers Joan Moreno sowie mit Aquarellen des Gütersloher Produktdesigners Oliver Fleger im Clarholzer Haus Samson, An der dicken Linde 3,  statt. Beginn: 20 Uhr.

Es ist lange her, dass Moreno im Kreisgebiet ausgestellt hat. Mit seiner bewusst gelebten Zurückhaltung zählt er ohnehin zu den

Die Ausstellung „Intro“ mit den Arbeiten von Joan Moreno und Oliver Fleger ist bis zum 28. August im Clarholzer Haus Samson zu sehen. Öffnungszeiten: mittwochs, samstags und sonntags, jeweils von 15 bis 18 Uhr.
Stillen in der Szene – auch wenn das seiner katalanischen Herkunft eher widerspricht. Doch seine Kunst, Verborgenes im Detail zu entdecken und dessen zeitlose Sinnlichkeit mit feinem Strich zu manifestieren, verlangt Konzentration und Kontemplation. Beides weiß Moreno so perfekt zu handhaben wie Pinsel und Stift. Ob er Strandgut wie brüchige Kisten, vom Wind glatt geschliffenes Holz, vom Rost zerfressener Draht oder von den Wellen blank gebürstete Steine zeichnet, ob er Vogelfedern malt oder sich mit Akribie den Spiegelungen auf dem Hals einer uralten Weinflasche widmet – immer ist man versucht, das Objekt ob seiner vermeintlich greifbaren Materialität berühren zu wollen.

In altmeisterlicher Tradition, fern jeder Abstraktion, versteht es der aus Valencia stammende, seit 1977 an der Dalke ansässige Spanier, immer wieder alltäglichen Dingen ihre ganz eigene, mitunter geheimnisvolle Faszination zurückzugeben. Purismus der symbolhaften Art.

Dem stehen díe Landschafts-Aquarelle und Porträts von Oliver Fleger mit ihrer zum Teil leuchtenden Farbigkeit kontrastreich gegenüber. Der 43-Jährige, der an der Kunsthochschule in Braunschweig studierte, ist viel mit Skizzenblock und Kamera unterwegs, um Häuser und Höfe, Kirchen und Klöster in der Region zu sichten und in seinem Gütersloher Atelier in fließende Farbflächen zu verwandeln. Er sieht sich als „Einzel

Oliver Fleger zeigt Landschaften und Porträts in Aquarell.
kämpfer in der Welt des Abstrakten“. Bewusst hat hat er sich fürs Aquarellieren entschieden, erfordert es doch „ein Denken in Schichten“. Fleger kalkuliert die Insznierung des Motivs, experimentiert dann mit dem Eigenleben der Farben, lässt sie je nach Feuchtigkeit des Untergrunds explodieren, sich mischen oder verdrängen. „Malerei ist Anspannung und Entspannung zugleich“, sagt der Produktdesigner. Bilder als „Momente des Loslösens“. 

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