Die jüngsten Gesichter im neuen Rat
Foto: Schäfer
22 Jahre alt ist Annika Mainka. Für die CDU sitzt sie künftig im Rat der Gemeinde. Auch Tobias Pieper, ebenfalls 22, entscheidet bald in der Kommunalpolitik mit.
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Mit 22 Jahren sind sie dann die mit Abstand jüngsten Kommunalpolitiker der Gemeinde. 

Der Wunsch nach Mitgestaltung und Veränderung

Unter Gleichaltrigen ist solches Engagement nicht weit verbreitet. Was also treibt die beiden jungen Menschen an? Unisono antworten sie: der Wunsch nach Mitgestaltung und Veränderung. 

Das ist nicht das einzige, das die zwei verbindet, die überdies gemeinsam in der Pfarrkirche St. Laurentius getauft wurden. Stark machen wollen sie sich für einen Jugendbeirat in Herzebrock-Clarholz. „Das wäre eine gute Sache. Es ist unverbindlicher als ein Jugendparlament und könnte projektbezogen arbeiten“, sagt Annika Mainka. 

Engagement für einen Jugendbeirat

Ein Instrument, mit dem Jugend stärker einbezogen werden und das funktionieren könnte, ist sich auch Tobias Pieper sicher. Denn Bemühungen, ein Jugendparlament zu installieren, das dann über Jahre in fester Zusammensetzung mitwirkt, habe es zwar mehrfach gegeben, doch der Erfolg sei ausgeblieben. 

Gefragt worden sind beide, ob sie sich kommunalpolitisch engagieren könnten. Annika Mainka beispielsweise von Roman Disselkamp und Bürgermeister Marco Diethelm (CDU). Tobias Pieper unter anderem von Petra Lakebrink, die lange Jahre für die GAL im Rat saß und jetzt erneut für die Grünen mitwirken wird. 

Mit sechs Jahren hat Annika Mainka ihr politisches Interesse entdeckt

Für den 22-Jährigen war es praktisch der erste Kontakt mit der Kommunalpolitik. Anders bei Annika Mainka. Wann das mit dem Interesse für Politik genau begonnen habe, weiß sie nicht genau. Vor Augen habe sie noch die Elefantenrunde im Fernsehen, die nach dem Abgang von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im Jahr 2005 getagt habe. „Und damals war ich sechs“, sagt sie und lacht. 

Nachrichten hören und Zeitung lesen gehörten und gehören zum Tagesablauf, so Annika Mainka. „Und ich konnte meinen Eltern jede Frage stellen“, beschreibt sie eine offene Atmosphäre in der Familie. Ihr Übriges hätten „sehr gute Politik- und Sowi-Lehrer“ beigetragen. 

Auch Vereinsarbeit ist Politik

Eine Basis hätte auch Vereinsarbeit gelegt. Denn auch das sei Politik. Es gehe um die Gestaltung des Zusammenlebens. Ob in einer Funktion beim Pferdesportverband Westfalen, im Reiterverein, später bei der Jungen Union, deren Vorsitzende sie inzwischen ist, oder als Schriftführerin im CDU-Vorstand.

Geschadet habe in puncto politisches Interesse auch ein Praktikum bei Ursula Doppmeier, bis 2017 Landtagsabgeordnete in Düsseldorf, nicht. „Sie hat mich überall mit hingeschlürt. Ob in Ausschüsse oder andere Sitzungen“, erinnert sich Annika Mainka. 

Viele kleine Beobachtungen bringen Herzebrock-Clarholzer ins Grübeln

Engagement im Verein ist auch für Tobias Pieper kein Fremdwort. Seit einigen Jahren ist er im Vorstand der Kolpingsfamilie Clarholz aktiv. Nachdem er als Betreuer mehrere Zeltlager begleitet hat, sollte in diesem Jahr die Premiere im Leitungsteam folgen. „Aber das hat ja wegen Corona nicht geklappt.“ Aber vielleicht im Jahr 2021. 

Auch im Verein Kulturlandschaft Sundern-Samtholz-Brock zählt er zu den Aktivposten. Und mit der Gründung der Partei der Grünen im Frühjahr vor Ort wurde er dort Mitglied. 

Ins Grübeln hätten ihn viele kleine Beobachtungen gebracht. Unter anderem: „Die Gräfte wurde neu gestaltet, und dabei wurden große Teile einer Hecke entfernt“, so Tobias Pieper. „Muss so etwas sein?“, habe er sich gefragt. Und ja, auch die B 64 neu beschäftige ihn ebenso wie klassische grüne Themen. 

Tobias Pieper versucht, Plastik zu vermeiden

Nachhaltigkeit, Umwelt- und Naturschutz: Wo es gehe, würden diese in seinen Alltag einfließen. Er übe sich erfolgreich in „Standards“: „In der Regel gibt es einmal in der Woche Fleisch, und Plastik wird vermieden“, sagt er. 

Beiden Ratsmitgliedern wird der Wahlkampf wohl noch lange im Gedächtnis bleiben: Anstrengend, aber äußerst interessant sei er gewesen. Bestens informiert worden seien beide von den Fraktionskollegen, stellen sie fest. Über Entscheidungen und Beschlüsse der vergangenen Jahre und Aktuelles. „Bei den Hausbesuchen bekommt man mit, was die Menschen beschäftigt“, so Tobias Pieper. 

„Ich will das. Also schaffe ich das“

Gute Kommunikation sei einfach wichtig, sagt Annika Mainka. „Und wenn ich was verändern will, dann muss ich mich einbringen“, sagt sie. „Es wird spannend“, sind sich beide mit Blick auf die vor ihnen liegende Zeit als Ratsmitglieder sicher. Angst, zeitlich zu sehr eingespannt zu sein, haben sie nicht. „Das passt noch in den Terminkalender“, so Tobias Pieper. „Ich will das. Also schaffe ich das“, sagt seine künftige Ratskollegin.

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