Diethelm: Frieden in die Welt tragen
Bild: Reinhardt
Kranzniederlegung: (v. r.) Pfarrer Achim Heckel, Bürgermeister Marco Diethelm und Diakon Arnold Stuckstätte nach der Kranzniederlegung auf dem Denkmalplatz im Herzebrocker Ortszentrum.
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 Die Menschen hielt das jedoch nicht davon ab, an den Gedenkfeiern teilzunehmen. Angeführt von der Feuerwehr hielt der Trauerzug mit dem Deutschen Roten Kreuz, den Maltesern, dem Männergesangverein Concordia, dem Spielmannszug, der Schützengilde, der Geistlichkeit, dem Gemeinderat, der Verwaltung und der Katholischen Frauengemeinschaft St. Christina auf dem Herzebrocker Denkmalplatz Einzug.

„Wir trauern heute um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Zeit, um die Opfer von politischer Verfolgung und des Terrorismus“, sagte Bürgermeister Marco Diethelm, der sowohl in Herzebrock als auch in Clarholz die Ansprachen hielt. „Wir gedenken des Endes des Zweiten Weltkriegs, eines Kriegs, der die schier unglaubliche Zahl von 60 Millionen Menschenleben forderte“, so Diethelm. Während des Zweiten Weltkriegs seien pro Minute 19 Menschen gestorben. „Noch nie gab es einen Krieg, der durch solch eine grausame Menschenverachtung und annähernde Vernichtung ganzer Bevölkerungsgruppen geprägt war“, sagte der Bürgermeister. Die Frage, ob man 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs dieses Tages weiterhin gedenken solle, stelle sich heute gar nicht mehr.

Marco Diethelm erinnerte aber auch an die Anschläge vom Freitag: „Es sind noch keine 48 Stunden vergangen, seitdem in Paris mindestens 127 unserer Brüder und Schwestern durch einen feigen und menschenverachtenden Anschlag zu Tode gekommen sind. Unsere Gedanken sind in diesen Stunden bei unserer französischen Partnerstadt und allen Franzosen.“ Seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien seien dort bereits mehr als 250 000 Menschen gestorben. Millionen Menschen seien auf der Flucht.

„Wir müssen uns unserer Verantwortung stellen“, so Diethelm. Dazu gehöre die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen. Doch sie sei keine Lösung des eigentlichen Problems. Gemeinsam müsse Europa nach Lösungen suchen, die Welt in den Krisengebieten zu stabilisieren. Die Europäische Union habe es geschafft, trotz ihrer zahlreichen Schwächen, ein Garant für Frieden und Völkerverständigung zu werden. „Wir haben nunmehr 70 Jahre Frieden in unseren Ländern. Das müssen wir in die Welt tragen“, sagte Marco Diethelm.

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