Dudastraße ist erster Äbtissin gewidmet
Bild: Petermeier
Als Verbindung zwischen der Meerwiesen- und der Debusstraße liegt die Dudastraße zentral in Herzebrock.
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„Viele Menschen verbinden den Ursprung des Namens mit dem ortsansässigen Arzt. Das ist aber falsch“, sagt Erwin Kriesche vom Heimatverein Herzebrock. Als Verbindung zwischen der Meerwiesen- und der Debusstraße liegt die Straße zentral in Herzebrock. Und das nicht ohne Grund: Die Geschichte, die sich hinter dem Namen Duda verbirgt, ist für die Gemeinde von großer Bedeutung. Die Informationen sind in ausführlicher Fassung in der Jubiläumsschrift „1150 Jahre Kloster- und Ortsgeschichte 860 bis 2010“, herausgegeben von Eckhard Möller im Auftrag des Heimatvereins Herzebrock, zu finden.

Duda wirkte als Tochter der Klostergründerin Walburga im großen Maß an der Entwicklung des Herzebrocker Klosters mit. Die Gründung fasst die Historikerin Gudrun Gleba wie folgt in Worte: „So erscheint es durchaus plausibel, dass die Witwe Walburga aus einer adeligen, landbesitzenden Familie nach dem Tod ihres Mannes auf ihrem eigenen Grundbesitz eine geistliche Gemeinschaft ins Leben rief und ihr ausreichende Besitztümer zugestand, um ihr wirtschaftliches Überleben zu sichern.“

Gleich acht Höfe sicherten anfangs die Versorgung der christlichen Gemeinschaft. In dieser fanden Walburga und ihre Kinder ihren Platz, und so wurde Duda später von ihrer Mutter zur ersten Äbtissin von Herzebrock ernannt. Duda genoss eine gute Vorbereitung in Liesborn unter dem Namen Salome. Fälschlicherweise werde sie auch als Schwester Karls des Großen bezeichnet, heißt es in der Jubiläumsschrift. Duda kannte also bereits die Aufgaben, die nun auf sich zukamen. Dazu gehörte die Gestaltung von Messen und Chorgesängen sowie die Erhaltung der Gemeinschaft. So konnte Duda die ihr übertragene Leitungsposition, wie es Gudrun Gleba nennt, erfüllen.

Duda selbst müsse als „Mitglied der Familie der Ekbertiner angesehen werden“, so schreibt es Edeltraud Klueting in dem Buch Germania Sacra. Auch ihre beiden Bürder Ovo und Luitbrand übernahmen wichtige Aufgabenfelder in der Gemeinschaft.

Die adelige Familie schaffte es schließlich, in Herzebrock den christlichen Glauben in Form eines Familienklosters zu pflegen. Dazu schreibt Edeltraud Klueting: „Damit fügt sich die Einrichtung als Familienstiftung eines sächischen Adelsgeschlechtes in die Reihe der sächischen Familienklöster ein, die im neunten Jahrhundert gegründet wurden, um als Pflanzstätten des Christentums zu dienen und durch ihre Existenz gleichzeitig der Bedeutung und Macht des Stiftergeschlechts öffentlichen Ausdruck zu verleihen.“

Das verschaffte der Ortschaft Herzebrock ungeahnte Möglichkeiten. Sie wurde zum „geistlichen Stützpunkt der adeligen Gründerfamilien“ und zog damit viele weitere angesehene Familien der Umgebung an. Duda nahm als Äbtissin großen Einfluss auf die Entwicklung des Klosters. Mit der Vergabe des Straßennamens wurde ihr ein bleibendes Andenken gesetzt.

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