Ente als Grundlage für Fahrspaß
Foto: Steinecke
Autofreunde unter sich: Ulrich Gildemeister (links) und Helmut Henke mit ihren Lomax-Fahrzeugen. Lomax steht für low cost und maximum fun. Also günstiger Preis bei maximalem Spaß.
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Lomax steht für low cost und maximum fun. Also günstiger Preis bei maximalem Spaß. Die Ente als Basis ist preiswert und auch der Bausatz der Karosserie hat nicht die Welt gekostet. Der Spaß ist dann weniger in der Fahrdynamik des Gefährts zu finden. Der luftgekühlte Zweizylinder-Boxermotor mit seinen 600 Kubikzentimetern und 29 PS reißt nun wahrlich keine Bäume heraus. Es ist eher dieses Gefühl von Freiheit und Abenteuer, das sich automatisch einstellt, wenn man mit einem puristischen Roadster durch die Gegend fährt. „So manches Mofa zieht ja mehr. Aber Geschwindigkeit spielt keine Rolle. Es wird gecruist“, sagt Ulrich Gildemeister, der seinen Lomax seit 1998 fährt. Helmut Henke fährt seit 2010 auf diese unverwechselbare Art.

Sein Auto ist eine englische Ausführung mit dem Lenkrad auf der rechten Seite. Der 67-Jährige hat sich für die höhere Windschutzscheibe und ein Klappverdeck entschieden. Falls es einmal regnet. „Ganz trocken bleibst du aber auch nicht“, frotzelt Ulrich Gildemeister. Der 63-Jährige vertraut auf eine Persenning. Durch die Kunststoffhaube über der Einstiegsöffnung steckt Ulrich Gildemeister während der Fahrt bei Regen den Kopf. Die ganz Harten fahren auch bei schlechtem Wetter oben ohne.

Bei Regen gibt es ein schönes Gesichtspeeling

Doch egal, ob mit oder ohne Regenschutz, wasserfeste Kleidung ist in jedem Fall ein Muss. Wie ein Motorrad ist der Lomax von seinem Wesen her ein Schönwetterfahrzeug. Dann lässt es sich am besten cruisen. Und Helmut Henke weiß, wie man es richtig genießt. „T-Shirt, Cappy, Sonnenbrille“. Und dann die Sonne im Rücken gemütlich von Café zu Café gleiten. Irgendwie sind wir doch alle ein bisschen James Dean. Aber natürlich wird bei jedem Wetter gefahren. Das kann es auch mal schneien. „Das ist dann ein schönes Gesichtspeeling“, erzählt Ulrich Gildemeister schmunzelnd.

In den Anfängen ging die Fahrt auf eigener Achse bis ins Allgäu. Angst, einmal liegenzubleiben, gibt es aber auch heute nicht. Die rudimentäre Technik der Ente ist bei sorgfältiger Wartung nahezu unkaputtbar. Und falls doch einmal etwas schiefgeht, Ersatzteile gibt es noch ausreichend. „Da ruft man dann beim Franzosen an“, erklärt Ulrich Gildemeister. Der Spezialist in Vechta ist gut sortiert. Und die meisten Dinge lassen sich mit einfachen Mitteln dann selber reparieren.

Nur am Motor wird nichts verändert

Am Anfang eines jeden Umbaus steht das Ente-Rupfen. Das Abschrauben der originalen Karosserie ist die Grundlage, um an den tragenden Leiterrahmen der Ente zu gelangen. Er bildet das Gerüst, auf das die neue Außenhaut aufgebaut wird. Am Motor wird nichts verändert. Lediglich das originale Gebläse verschwindet. Damit der Motor nicht den Hitzetod stirbt, kommt ein zusätzlicher Ölkühler zum Einsatz. Ein darauf montierter elektrischer Lüfter ist für die nötige Kühlung verantwortlich. Und wer dann noch mag, ersetzt die serienmäßige Revolverschaltung durch einen klassischen Schaltknüppel zwischen Fahrer und Beifahrer. Apropos – die beiden sitzen Schulter an Schulter. „Man muss es kuschelig mögen“, sagt Ulrich Gildemeister. Die Idee des Lomax stammt aus der Kit-Car-Szene in England.

Heute werden keine Bausätze mehr angefertigt. Rund 350 Autos fahren noch in Deutschland. In der näheren Umgebung befinden sind zwei in Sassenberg und eins in Versmold. Ulrich Gildemeister und Helmut Henke sind im Lomax-Club organisiert. 150 Mitglieder sind darin erfasst. Kommuniziert wird über das Internet. Viermal im Jahr finden Club-Treffen statt. Daran nehmen zwischen 50 und 60 Mitglieder teil. Den Auftakt bildet das Treffen in Sassenberg zum Beginn der Spargelsaison. Weitere Infos gibt es auch im Internet.

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