Festwoche in Doppelgemeinde fällt aus
Die Cliff Rock’n Roll Band tritt nicht auf: Sie hatte eigentlich Rhythmus der 1950er- und 1960er-Jahre in den Konzertabend im Feuerwehrgerätehaus Clarholz am 20. März bringen wollen.

Damit schließt sich Herzebrock-Clarholz anderen Städten und Kommunen im Kreis Gütersloh an, die der Verbreitung des Virus ebenfalls präventiv begegnen.

Ein Entscheidung, die schweren Herzens gefallen sei, informiert die Verwaltung. „Auch wenn die einzelnen Veranstaltungen jeweils mit weniger als den vom Land Nordrhein-Westfalen vorgegebenen 1000 Teilnehmern stattfinden würden, können wir das Risiko angesichts der allgemeinen gesundheitlichen Gefahren hinsichtlich des Corona-Virus nicht einschätzen“, sagt Bürgermeister Marco Diethelm. Und wenn tatsächlich die Menschen, die zu den vom Robert-Koch-Institut genannten Risikogruppen gehören, nicht gekommen wären: Inwieweit ergibt diese Veranstaltung noch Sinn?, fragt die Gemeinde. „Wie viele wären dann überhaupt noch gekommen?“, so Gemeindeoberhaupt.

 Denn weitere Bürger wären sicherlich vorbeugend zu Hause geblieben. Das Thema habe einfach eine Dynamik entwickelt, die es anzuerkennen gelte, sagt Diethelm, der den Schutz der Bürger in den Vordergrund stellt. Außerdem wäre es paradox gewesen, die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr, die am heutigen Freitag hätte stattfinden sollen, zum Schutz der Ehrenamtlichen abzusagen, und „eine Woche später im Gerätehaus Clarholz zu feiern“, bemerkt Diethelm zum Konzertabend, der für den 20. März organisiert war.

Einige Gäste hatten sich bereits abgemeldet

 Ein weiterer Aspekt sei die Verwaltungstätigkeit. „Die müssen wir aufrechterhalten können. Die Veranstaltung stellt dafür ein mögliches Risiko dar“, so Diethelm weiter. „Wir stehen im engen Austausch mit anderen Kommunen im Kreis Gütersloh, die zum Teil ebenfalls Veranstaltungen abgesagt haben.“ Nachdem die Entscheidung einmal gefallen war, versuchen Gemeindemitarbeiter derzeit, alle Personen, die irgendwie in die umfangreiche Festwoche mit Konzerten, Talkrunde, Ausstellung, Gästeführungen und anderem involviert sind, zu erreichen und über die Absage zu informieren.

„Einige Aktive und eingeladene Gäste hatten sich bereits bei uns gemeldet, und ihre Teilnahme abgesagt“, führt Diethelm aus. Wie groß die finanziellen Einbußen sind, kann Marco Diethelm noch nicht absehen. „Wir werden schauen, wer auf seine Gage besteht oder eben nicht. Wir werden uns schon einig“, steht das Thema aktuell nicht an erster Stelle. Jetzt müsse die Kommune auch sehen, wie sie mit Spenden umgehe, die sie für die Ausrichtung der Jubiläumswoche bereits erhalten habe. Fragen, die im Verlauf der kommenden Wochen geklärt werden.

Rücknahme der Eintrittskarten 

Mehr als ein Jahr lang waren ein oder zwei Mitarbeiter aus der Verwaltung umfangreich mit den Vorbereitungen der Festwoche zum 50-jährigen Bestehen der Kommune beschäftigt. Bürgermeister Marco Diethelm sieht ’s pragmatisch: „Unabhängig von der Absage, haben wir ganz schön was auf die Beine gestellt. Wir haben das erste Mal eine Veranstaltungsreihe in dieser Größenordnung geplant.“ Eine Erfahrung und Expertise, die der Kommune niemand mehr nehmen könne. Ob eventuell ein neuer Termin für Teile des Programms anberaumt wird, dazu will der Verwaltungschef keine Mutmaßungen anstellen. Das ist ihm noch zu vage.

Ab Montag, 16. März, können im Rathaus gekaufte Eintrittskarten für das Konzert der Nordwestdeutschen Philharmonie zurückgegeben werden.

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