Feuerwehrorchester Gütersloh spielt auf
Bild: Gehre
Das Symphonische Blasorchester der Feuerwehr Gütersloh und sein Leiter Thomas Boger (vorn Mitte) bedanken sich für den herzlichen Beifall der Zuhörer
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In der Pfarrkirche St. Christina füllte raumgreifend der symphonische Sound des Blasorchesters der Feuerwehr Gütersloh das Kirchenschiff. Thomas Boger hatte erfolgreiche Orchesterpädagogik betrieben, die sich in allen Instrumentengruppen hören lassen konnte. Und so erklangen denn in einem Programm, das von der Renaissance bis zur Gegenwart chronologisch sich aufbaute, die Instrumentengruppen im homogenen Zusammenspiel, gaben häufig auch in solistischen Einsätzen mit hellen Klangfarben in wahrsten Sinn des Worts den Ton an. Die dunkel intonierenden Gruppen waren dagegen vorwiegend für die solide Grundierung des musikalischen Bildes zuständig.

Thomas Boger weiß, was er dem gut geschulten Laienorchester zumuten kann. So erklang Folkloristisches neben hymnischem Pathos, Liedhaftes neben Symphonischem in durchweg sauberer Intonation und kultivierter Tongestaltung. Für den Auftakt sorgte die schlichte Volkstümlichkeit der Renaissance -Tanzweisen aus der Feder des dem benachbarten Soest entstammenden Tylman Susato. Über die klangliche Innigkeit der Arie „Bist du bei mir“ aus Johann Sebastian Bachs Kantate Nr.508 erreichte die Programmfolge die Gefilde neuer Musik.

Die getragene Feierlichkeit von „Canterbury Charols“ des belgischen Komponisten Jan Van der Roost führte zu den aufwendigen impressionistischen Klangvisionen, die Rolf Rudins Komposition „Firmament“ effektvoll entrollt. Frank Tichelis „American Elegie“ weckte trübe Gedanken an Gewalt und Terror, die sie musikalisch versinnbildlicht. Stephen Melillo setzte mit seiner zweiteiligen Komposition, die die Düsternis und Gefahren der Nacht und die Hoffnung des lichten Tages beschwört, kontrastreich den Schlusspunkt. Zuvor hatte das vielfach preisgekrönte junge Bläserquintett des Feuerwehr-Orchesters mit einer dreiteiligen Vivaldi-Bearbeitung von Johann Sebastian Bach seine herausragende Virtuosität unter Beweis gestellt.

Für den herzlichen Beifall der Zuhörer bedankten sich die Gütersloher Musiker mit Bachs zarter „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 5. Sie hatten mit ihrem Konzert eindrucksvoll bewiesen, dass Blasmusik weit mehr sein kann als Unterhaltung im Festzelt und Schützenumzug.

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