Firma Weeke setzt auf Spezialbeton
Interessiert: Weeke-Geschäftsführer Hugo Voß (Dritter v. l.) erklärt dem Bundestagsabgeordneten Klaus Brandner (rechts), wie Maschinen mit weniger Stahl produziert werden können. Über den Besuch des Gütersloher Abgeordneten freuten sich auch (v. l.) die Betriebsratsvorsitzende Martina Herold, Geschäftsführer Manfred Beuse und Betriebsrat Jochen Meyer.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Brandner ist Berichterstatter für den Haushalt des Ministeriums. Er sprach mit den Weeke-Geschäftsführern Hugo Voß und Manfred Beuse. Vor sechs Jahren stand Weeke-Geschäftsführer Hugo Voß mit einem Kollegen auf der Autobahn im Stau. Damals bedrohten hohe Stahlpreise die Wettbewerbsfähigkeit des Herzebrocker Maschinenbau-Unternehmens. „Die Zeit im Stau haben wir genutzt, um nachzudenken: Gibt es Alternativen zum Stahl?“, erzählt Voss heute. Die Idee, die den beiden Männern im Auto kam, ist so einfach wie revolutionär: Große Bauteile müssten durch einen günstigeren Werkstoff ersetzt werden. Aus anderen Branchen war dafür Beton schon bekannt. Voß und sein Kollege trugen ihre Idee ins Unternehmen: „Wir haben angeregt, eine Betonmischung zu entwickeln, die bei gleicher Materialeignung günstiger ist“, beschreibt Voss.

Aus der Idee wurde ein Forschungsprojekt, das vom Wirtschaftsministerium gefördert wird. Klaus Brandner berichtet: „Rund 4,5 Millionen Euro für 42 Projekte fließen über das Programm ZIM an verschiedene Unternehmen aus dem Kreis Gütersloh.“ Bei Weeke bekam der Bundestagsabgeordnete einen Einblick in die Umsetzung eines besonderen Projektes aus diesem Programm: „Hier wird die Forschung an einem Werkstoff gefördert, der nicht nur preisgünstiger ist. Durch den Einsatz von Spezialbeton kann auch die zunehmende Knappheit und Abhängigkeit von Rohstoffen reduziert werden“, ist sich Brandner sicher.

Mit der Homag-Gruppe haben die Herzebrocker den Spezialbeton „Sorb Tech“ entwickelt: „Dieser Werkstoff erfüllt unsere Qualitätsansprüche und ist in der Herstellung 30 Prozent günstiger als Stahl“, so Weeke-Geschäftsführer Manfred Beuse.

Brandner stellte bei seinem Besuch bei Weeke die Bedeutung von Innovation heraus: „Dass viele mittelständische Unternehmen aus der Region die Wirtschaftskrise so schnell überwunden haben, hat auch mit ihren durchdachten Produkten zu tun.“ Weeke exportiert 85 Prozent seiner Maschinen. „Nach dem schweren Auftragseinbruch durch die Finanzkrise haben wir wieder volle Auftragsbücher“, so Beuse.

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