Flüchtlinge sollen beschenkt werden
Bild: Borgelt
Möchten allen Asylsuchenden eine Weihnachtsfreude bereiten: (v. l.) Frederika Lakebrink, Marita Feldmann, Petra Jagiella, Gisela Ginten-Hoffmann, Petra Lakebrink, Initiatorin Reyna Baum und Pastor Johannes Kudera.
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Ein Wunschbaum steht im Eingangsbereich des Pfarrzentrums St. Christina. Reyna Baum, die die Idee zu dieser Aktion hatte und Frederike und Petra Lakebrink, Marita Feldmann, Petra Jagiella sowie Gisela Ginten-Hoffmann mit ins Boot nahm, haben ihn mit kleinen roten Wunschzetteln geschmückt.

Wunschbäume an verschiedenen Orten

Die Namen auf den Zetteln sind anonymisiert, das Organisationsteam kann die Zettel aber zuordnen. Wer möchte, nimmt einen Wunschzettel ab und bringt ihn mit dem gewünschten Geschenk – es darf weihnachtlich verpackt sein – bis zum 9. Dezember zurück. Danach sollen die Geschenke persönlich verteilt werden.

Erste Kontakte haben die Organisatorinnen bereits geknüpft. Sie sind von Unterkunft zu Unterkunft gegangen und haben kleine Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer aller Altersklassen vom christlichen Weihnachtsfest berichtet und nach ihren Wünschen befragt. Überall seien sie herzlich empfangen und zum Tee eingeladen worden. So habe sich der Rundgang drei Wochen hingezogen.

Kleidung, Schuhe und Spielsachen

„Die Verständigung war schwierig“, sagt die Initiatorin und verweist auf Englisch und Arabisch sowie auf die Zeichensprache. Einige Flüchtlinge versuchten, sich in deutscher Sprache verständlich zu machen. Vielfach konnte Frederike Lakebrink übersetzen. Sie studiert in Münster Geschichte und arabisch-islamische Kultur und spricht Arabisch. „Die Menschen waren sehr bescheiden“, sagt Reyna Baum.

Viele hätten zunächst ideelle Wünsche geäußert, besonders den Wunsch nach Frieden. Einigen hätten realisierbare Wünsche regelrecht entlockt werden müssen. Auf den Zetteln finden sich nun Winterschuhe, Kleidung, Spielzeug, Sportschuhe, Uhren, Mützen, Schals, Handschuhe und gebrauchte Fahrräder. Das Team hat beschlossen, einen Wert von bis zu 20 Euro zugrunde zu legen.

Hilfe durch soziale Organisationen

150 Personen konnten befragt werden, weitere 59 Personen kamen in den vergangenen Tagen dazu. Für die Neuankömmlinge gibt es Zettel mit der Aufschrift „Wir lassen uns überraschen“. Darauf sind nur Alter und Geschlecht anzugeben. Soziale Organisationen haben sich bereiterklärt, Geldbeträge für nicht abgenommene Wunschzettel zu übernehmen. „So dürfte es möglich sein, jedem Flüchtling eine kleine Weihnachtsfreude zu bereiten“, so die Organisatoren.

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