Fördermittel für Kläranlage erwünscht
Bild: Schäfer
Heinz Brummel, Leiter des gemeindlichen Klärwerks, vor einem Belebungsbecken. Da die Kapazitäten des Werks erschöpft sind, ist eine Erweiterung notwendig.
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Darauf einigte sich der Betriebsausschuss am Donnerstagabend einmütig. Um Fördermittel bis zu einer Höhe von 50 Prozent für die Investitionen zu erhalten, müssen die Anträge in diesem Jahr gestellt werden. Mehrheitlich beschloss das Gremium zudem, den Bau einer Druckleitung zwischen Industriegebiet und Kläranlage vorerst zurückzustellen.

Da die Kapazitäten des gemeindlichen Klärwerks erschöpft sind, ist eine Erweiterung notwendig. Ausgewiesen wird der Bedarf an sogenannten Einwohner-Gleichwerten, die sich aus verschiedenen Faktoren errechnen. Mit einem Wert von 40 000 liegt Herzebrock-Clarholz knapp an der Grenze des Möglichen. Avisiert ist eine Steigerung auf 50 000 durch den ersten Ausbauschritt. Einen Überblick gab in der Ausschusssitzung Projektleiter Heiko Peters vom beauftragten Ingenieurbüro Dr. Born und Dr. Ermel.

Die Kläranlage wird in den Bereichen Rechengebäude, Zulaufpumpwerk, Belebung, Nachklärbecken, Betriebsgebäude und Schlammfaulung erweitert oder instand gesetzt. Alle Maßnahmen schlagen mit 4,35 Millionen Euro brutto zu Buch, wie das Büro errechnet hat.

Grund genug für den Fachausschuss, die Fördermittel jetzt zu beantragen. Allerdings wollen die Kommunalpolitiker einige Punkte durchaus noch geklärt wissen, um möglicherweise die Kosten zu verringern. Betriebsleiter Marco Schröder sicherte beispielsweise zu, abzuklären, ob eine zweite Förderschnecke im Pumpwerk tatsächlich notwendig ist. Bestandteil des Antrags, der jetzt bei der Bezirksregierung vorgelegt wird, ist auch ein drittes Nachklärbecken. Es soll allerdings noch nicht gebaut werden, sondern lediglich eine Option für die Zukunft sichern.

Spätestens bis zum Jahr 2016 muss die Gemeinde zudem einen Retentionsbodenfilter für die Kläranlage angelegt haben. „Eigentlich ist der jetzt schon erforderlich“, machte Heiko Peters deutlich und betonte, dass der Bau auch eine Auflage der Genehmigungsbehörde ist. Erforderlich sei er, weil das Mindestmischverhältnis am Regenüberlaufbecken nicht eingehalten werde. Platziert werden könnte dieser Bodenfilter auf einer Fläche, auf der aktuell noch Nadelbäume wachsen. Rund 3500 Quadratmeter sind dafür insgesamt notwendig, so der Projektleiter, um eine Filtergröße von 2000 Quadratmetern zu realisieren.

Inklusive Zulauf- und Ablaufpumwerk, Mehrwertsteuer und Baunebenkosten (aber ohne notwendige Mittel zum Flächenankauf) sei dieser Filter, der eine stoffliche und hydraulische Entlastung insbesondere bei starkem Regen sichere, für rund 1,565 Millionen Euro zu haben. „Retentionsbodenfilter sind relativ einfach zu betreiben“, sicherte Heiko Peters zu. Er stellte heraus, dass auch dafür ein Genehmigungsantrag gestellt werden müsse, um noch in die Förderung hineinzukommen.

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