Gemeinde bei Gebühren „bürgerfreundlich“
Präsentation der Ergebnisse: (v.l.) Prüferin Sabine Ewald, GPA-Präsident Heinrich Böckelühr, Bürgermeister Marco Diethelm, Kämmerer Heinz-Dieter Wette und Projektleiter Dirk Hungermann.   

Acht Monate prüfte und analysierte ein vierköpfiges Team der GPA mit Sitz in Herne verschiedene Themenbereiche in Herzebrock-Clarholz. Darunter auch die Finanzen. Im Rat stellten Präsident Böckelühr, Projektleiter Dirk Hungermann sowie Prüferin Sabine Ewald Ergebnisse und Handlungsempfehlungen vor. „Herzebrock-Clarholz profitiert von einer günstigen Sozialstruktur und einem hohen Gewebesteueraufkommen“, leitete Hungermann ein. „Den Haushaltsausgleich hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren immer erreicht, zumindest unter Inanspruchnahme der Ausgleichsrücklage. Aufgrund der negativen Plandaten für die nächsten Jahre und der schwachen Liquiditätslage sehen wir jedoch Handlungsbedarf.“ Potenzial zur Verbesserung der Einnahmen sieht die GPA bei Gebühren und Beiträgen.

Insbesondere bei den Gebühren schöpfe die Gemeinde die Ertragsmöglichkeiten bei Weitem nicht aus, heißt es im GPA-Vorbericht. Im Abwassergebührenhaushalt erfolge beispielsweise keine kalkulatorische Verzinsung des betriebsnotwendigen Vermögens, so Hungermann zu Finanzdetails. Und die Abschreibungen würden nicht auf Basis der Wiederbeschaffungszeitwerte berechnet. Stattdessen ziele die Kalkulation auf die Anschaffungs- und Herstellungskosten. Bei der Unterhaltung der Friedhofsflächen berücksichtige die Gemeinde einen öffentlichen Anteil von 50 Prozent. „Dies ist für eine ländlich geprägte Kommune ein hoher Wert“, bilanzierte die GPA. „Für den Fall einer negativen Haushaltsentwicklung haben wir verschiedene Handlungsmöglichkeiten empfohlen“, so Böckelühr. Aus persönlicher Sicht empfahl er, alles dafür zu tun, dass sich „junge Familien in der Gemeinde wohlfühlen“. Solange man nicht in eine finanzielle Schieflage gerate, hieße es „Finger weg“ von allem, was das beeinträchtige, so der GPA-Präsident. Eine Einschätzung, die auch Bürgermeister Marco Diethelm teilte. Er sah in der Gebührengestaltung und der Ausrichtung auf junge Familien ein „Gütesiegel für Herzebrock-Clarholz“. Im Nachgang sagte er zu den Ergebnissen der GPA-Prüfung: „Solange es die Finanzen zulassen, werden wir dazu auch weiterhin mehr als andere Kommunen in Betreuung und Infrastruktur investieren.“

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