Geringe Rücklaufquote beim Mietspiegel
Bild: Reinhardt
Die gedruckten Mietspiegel liegen im Bürgerbüro aus. „Die Nachfrage hat uns überrascht. Die ersten Exemplare waren schnell vergriffen“, sagt Fachbereichsleiter Wilhelm Towara, hier mit der Mitarbeiterin Ruth Hartmann.
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Der Kreis hatte das Projekt angestoßen und zum Erstellen der Mietspiegel eine repräsentative Umfrage bei einer externen Firma in Auftrag gegeben. „Von den Bürgermeistern wurde das befürwortet. Alle haben zugestimmt“, berichtet Wilhelm Towara, Fachbereichsleiter im Rathaus. Er selbst bewertet das Projekt ebenfalls positiv: „Wenn früher jemand, der nach Herzebrock-Clarholz gezogen ist, nach einem Mietspiegel gefragt hat, mussten wir ihn an Rheda-Wiedenbrück oder Gütersloh verweisen“, so Towara. Da sei ein eigener Mietspiegel schon aussagekräftiger.

Jeder, der in Herzebrock-Clarholz Grundbesitzabgaben zahlt, wurde im Dezember vergangenen Jahres von der Gemeinde angeschrieben und gebeten, sich an der Umfrage zu beteiligen. „Die Fragebögen wurden zusammen mit den Grundsteuerbescheiden verschickt“, so Wilhelm Towara. Ein Erinnerungsschreiben folgte im Februar. „Leider war die Rücklaufquote sehr gering“, bedauert der Fachbereichsleiter. Von 1584 angeschriebenen Eigentümern antworteten nur 188. Das entspricht einer Rücklaufquote von 11,9 Prozent. Damit hatte Herzebrock-Clarholz den niedrigsten Anteil – gefolgt von Harsewinkel mit 12,5 und Rheda-Wiedenbrück mit 13,4 Prozent. Auf die meisten Antwortschreiben konnte Verl mit 22,3 Prozent, gefolgt von Werther mit 18,9 Prozent verweisen.

Zwar bleibt eine solche Befragung dennoch repräsentativ. „Wir wissen aber nicht, ob sie die Realität widerspiegelt“, sagte Wilhelm Towara. „Wir haben uns jedenfalls gewundert, dass Mieten in unserer Gemeinde laut Mietspiegel so niedrig sind.“

In der Tabelle, in der man sich über die Mietkosten informieren kann, haben vor allem die Mieten in Häusern, die zwischen 1968 und 1977 gebaut wurden, nur eine „bedingte Aussagekraft“, denn dort liegen nur die Angaben von 10 bis 19 Vermietern zugrunde.

Betrachtet man in der Mietspiegel-Tabelle beispielsweise eine 65 bis 80 Quadratmeter große Wohnung, so zahlt man dafür in der Doppelgemeinde durchschnittlich folgende Mieten: in Gebäuden, die vor 1967 gebaut wurden, 4,75 Euro pro Quadratmeter, 1968 bis 1977: 4,98 Euro, 1978 bis 1994: 5,51 Euro, 1995 bis 2002: 5,50 Euro und 2003 bis 2015: 6,38 Euro.

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