Grünes Licht für Kita-Erweiterung
Bild: Frielinghaus
Im Bereich Pixel/Groppel fehlen Kindergartenplätze. Das hat laut Verwaltung und Kreisjugendamt das Anmeldeverfahren für das Kindergartenjahr 2020/2021 ergeben. Um den Bedarf zu decken, soll der St.-Michael-Kindergarten um eine Gruppe erweitert werden. Der Startschuss für den Umbau soll frühestens im September fallen.
Bild: Frielinghaus

Darauf wollen die Gemeinde und das Jugendamt des Kreises nun reagieren. Es werden theoretisch zwei bis drei zusätzliche Gruppen benötigt.

Einer Mitteilung der Verwaltung zufolge übersteigt im Bereich Pixel/Groppel die Zahl der Anmeldungen die Zahl der vorhandenen Plätze. Deshalb soll in der Kindertagesstätte St. Michael eine weitere Gruppe entstehen. Dort sei der Bedarf für eine gemischte Gruppe mit 15 Kindern – sieben unter drei Jahren und acht über drei Jahren – gegeben, heißt es von Seiten der Verwaltung. Der Träger sowie die Leitung der Kindertagesstätte St. Michael hatten der Realisierung des Vorhabens in einer Vorstandssitzung Mitte Januar für mindestens fünf Jahre bereits zugestimmt. 

Übergangslösung muss her

In der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familie, Senioren und Soziales überbrachte Marianne Tröster vom Jugendamt des Kreises nun auch die Nachricht, dass das Landesjugendamt die dafür erforderlichen Voraussetzungen beziehungsweise Bedingungen geprüft und grünes Licht für die Erweiterung des St.-Michael-Kindergartens gegeben habe.

Laut Kämmerer Heinz-Dieter Wette kann frühestens im September, also nach Beginn des neuen Kindergartenjahrs, mit dem Umbau des Michaelkindergartens begonnen werden. „Wir wollen den Eltern aber keine Absage erteilen, weil die Räume bis Anfang des neuen Kindergartenjahrs noch nicht fertig sind“, sagte Wilhelm Towara, Fachbereichsleiter für Soziales. Heißt: Bis dahin muss eine Übergangslösung her. Der Plan sei, die Jungen und Mädchen bis zur Fertigstellung der neuen Gruppe im Bewegungsraum der Rappelkiste zu betreuen.

Kämmerer bremst Euphorie

Ein Umzug in die neuen Räumlichkeiten kann laut Wette frühestens Ende des Jahres erfolgen. Er schätzt, dass die Kosten für den Umbau im fünfstelligen Bereich liegen werden. Vorsorglich werden 50 000 Euro im Haushalt eingeplant. Erforderlich seien ein Gruppen-, ein Neben- sowie ein Schlafraum und ein Anschluss an die Sanitärräume.

Im Ortsteil Clarholz würden vorwiegend U 3-Plätze benötigt. Angedacht war, auch in der Norbert-Kindertagesstätte an der Schomäckerstraße, der in Trägerschaft des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland (CJD) ist, kurzfristig eine weitere Gruppe einzurichten. „Diese Euphorie muss ich etwas bremsen“, sagte Wette. Voraussichtlich lägen die Kosten für den Ausbau des Dachgeschosses im sechsstelligen Bereich. Außerdem sei fraglich, ob der Umbau im laufenden Betrieb möglich sei.

Andocken statt neu bauen

Dem Neubau eines weiteren Kindergartens in Herzebrock-Clarholz steht Bürgermeister Marco Diethelm (CDU) kritisch gegenüber. Nach seiner Auffassung sei damit zu rechnen, dass der steigende Bedarf an Betreuungsplätzen in den kommenden Jahren stagniere und womöglich wieder zurückgehe. Er plädierte deshalb aus wirtschaftlichen Gründen dafür, lieber Gruppen an bestehende Einrichtungen anzudocken und die Kitas dadurch zu stärken.

„Sind wir damit auf dem richtigen Weg?“, wollte sich Diethelm im Sozialausschuss bei Marianne Tröster vergewissern. Die Ansprechpartnerin für Kindertageseinrichtungen beim Kreisjugendamt sah das ähnlich wie das Gemeindeoberhaupt. Sie verwies darauf, dass man bei einem Neubau ein Drittel der Plätze für die U 3-Betreuung schaffen müsse und zwei Drittel für Kinder ab drei Jahren. Bedarf bestehe jedoch überwiegend im U 3-Bereich, oft ab einem Jahr.

Kitas müssen ausgelastet sein

In den bestehenden Einrichtungen könne man bei der Verteilung der Jungen und Mädchen wesentlich flexibler agieren, sagte Tröster. Zudem müsse das Kreisjugendamt bei der Planung die Belegung und Auslastung von neuen und bestehenden Kitas im Blick behalten. Denn: Nicht belegte Plätze würden durch das Kinderbildungsgesetz, kurz: Kibiz, nicht finanziert. Auch mit Blick auf geplante Neubaugebiete sei ein Andocken neuer Gruppen an bestehende Kitas erst einmal sinnvoller, als neu zu bauen. Es werde nämlich pro Wohneinheit nur mit 0,3 Kindern gerechnet. Es bestehe bei einem weiteren Neubau also die Gefahr, zu groß zu planen.

SOCIAL BOOKMARKS