Hauptschüler diskutieren über Alkohol
Bild: Schäfer
Dirk Offergeld, der zweite Vorsitzende des Freundeskreises Suchtkrankenhilfe Herzebrock-Clarholz, diskutiert mit den Neuntklässlern.
Bild: Schäfer

Schwieriger hätten es da schon Menschen, die nichts an dem Gift finden, und es nicht konsumieren. Unter dem Leitsatz „Lieber schlau als blau“ war Offergeld in der 9 b der Von-Zumbusch-Hauptschule zu Gast und betrieb Aufklärung rund um den Missbrauch von Alkohol.

Im Rahmen des Religionsunterrichts hatte Referendarin Melanie Kühnat das Thema Drogen auf die Agenda gesetzt. Der Besuch von Dirk Offergeld war Teil der präventiven Reihe. Neben sachlicher Information hielt der zweite Vorsitzende auch mit persönlichen Erfahrungen nicht hinterm Berg. Seinen Entschluss im Jahr 2007, den Alkoholkonsum einzustellen obwohl er nicht an der Krankheit Alkoholismus litt, hinterfragten die Jugendlichen. „Hätte ich so weiter gemacht, säße ich heute nicht hier“, kommentierte Offergeld und verdeutlichte so den sehr schmalen Grat zwischen missbräuchlichem Alkoholkonsum und der Abhängigkeit.

Einige Zahlen begleiteten den Einstieg ins Thema. So beispielsweise, dass in Deutschland rund 5000 Jugendliche pro Jahr mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. „Das wird immer dem Jugendamt gemeldet“, so Dirk Offergeld. Und bei mehrfachem Auffallen folgt der Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis, und dann könne es durchaus sein, dass die Option auf den Führerschein mit 17 erst einmal weg ist. „Wenn einer gestern Abend noch der große King war, er wird dir nicht erzählen, dass er im Krankenhaus mit einer Pampers unter dem Hintern aufgewacht ist“, so Offergeld zu den Folgen des Komasaufens.

Alcopops seien oft der Einstieg. „Es sind ja auch nicht immer schlechte Erfahrungen“, räumte er ein. Vielleicht habe man zweimal Glück damit, die Zunge werde lockerer, man selbst mutiger. „Aber nach mehrfachem Konsum bei Partys in Folge muss man sich entscheiden, welchen Weg man einschlägt.“ Zahlreiche Hinweise hatte Offergeld parat, unter anderem, dass jugendliche Trinker sich mit der Zeit isolieren oder Gleichgesinnte suchen, da die Clique das Verhalten nicht mehr akzeptiert.

„Ich kann letztlich nur auf die Gefahren hinweisen. Und die sind erheblich“, betonte der zweite Vorsitzende des Herzebrock-Clarholzer Freundeskreises. Gesundheitlich wirke Alkohol in erster Linie auf das Gehirn, dann auf Leber, Schleimbeutel, Herz, Nieren und auch die Potenz.

SOCIAL BOOKMARKS