Helfer holen Wasserlinse aus der Gräfte
Bild: Schäfer
Rund 30 Helfer begleiteten den Einsatz am Schloss Möhler.  
Bild: Schäfer

Wenige Tage zuvor hatte Ingrid Schrader, die rund um das Schloss als Veranstaltungsort und Standort der Swin-Golf-Anlage aktiv ist, einen Hilferuf gesandt. Mehrer Gruppen und Vereine wurden um Mithilfe bei einer Säuberungsaktion gebeten.

 „Uns sterben alle Fische in der Gräfte rund um das Schloss Möhler“, hieß es im Anschreiben. Ursache sei die explosionsartige Ausbreitung der Wasserlinse, besser bekannt als Entengrütze. Eigene Maßnahmen, die Linse zu entfernen, hätten bis dato nicht gefruchtet. Rund 30 Helfer hätten ihre Teilnahme zugesagt, so Schrader.

 Als dichter Teppich lag die Pflanze auf dem Wasser – und ließt kein Licht mehr durch. Der Sauerstoffgehalt in der Gräfte sei gering und geringer geworden, die Fische begannen zu verenden. „Ein Problem, dass nicht nur hier vor Ort besteht“, so Ingrid Schrader. Dabei ist die Wasserlinse keine Unbekannte für sie. „Sie ist in jedem Jahr da. Aber eben nicht in der Menge.“

Jetzt habe sie sich vermutlich durch die außergewöhnliche Wärme extrem vermehrt, sagte Ingrid Schrader. Aus ihrer Sicht half jetzt nur noch eins: Die Entengrütze musste vom Gewässer runter. „Damit wir im Anschluss weitere Maßnahmen ergreifen können“, so Schrader. Wie beispielsweise das Absaugen des Gräftengrunds, um ihn von faulendem Schlamm und Ablagerungen zu befreien.

Schweißtreibende Angelegenheit

 Am Freitagabend begrüßte sie außer einer Abordnung des Löschzugs Möhler auch Helfer vom Swin-Golf-Club, Freunde und Bekannte. Mit Unterstützung des Unternehmens Scheller wurde die Linse aus dem Wasser gefischt. Ingrid Schrader hatte selbst eine Vorrichtung aus Kaninchendraht, leeren Flaschen und Schlauch gebaut, mit deren Hilfe die Entengrütze auf dem Wasser zusammengeholt und Richtung Ufer gezogen wurde.

Das Herausholen der Entengrütze war eine schweißtreibende Angelegenheit. Kilo um Kilo Wasserlinsen fischten auch Manfred Hillebrecht und Rainer Krause vom Swin-Golf-Club mit Harken aus dem Wasser. Die Unterstützung war für sie Ehrensache. „Aber es ist auch ganz schön schwer“, stellte Krause fest und hievte einen Rechen voll der Pflanze aus dem Wasser.

 Einige Meter weiter trieb ein Helfer die Grütze mittels Laubpuster zusammen. Und am Donnerstag hatte sich der Löschzug Möhler zusammengesetzt und überlegt, wie der Linse am effektivsten zu Leibe gerückt werden könnte. Herausgekommen war ein überdimensionaler Kescher, der Mal um Mal durch das Wasser gezogen wurde. Als Dankeschön wurde abschließend der Grill angefeuert. Und Ingrid Schrader hofft, dass der Einsatz nachhaltig wirkt. Auch, damit die Fische in der Gräfte überleben.

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