Herzebrock-Clarholz leistet frühe Hilfe
Bild: Reinhardt
Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung für das Soziale Frühwarnsystem „Netzwerk Frühe Hilfe“: Heinz-Dieter Wette (vorn links) als allgemeiner Vertreter von Bürgermeister Jürgen Lohmann und Lothar Busche, Abteilungsleiter Jugend, Familie und Sozialer Dienst beim Kreis Gütersloh.
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Kreisweit hat nun jede Kommune ein soziales Frühwarnsystem etabliert, um im Verbund die unterschiedlichen Probleme von Kindern und Familien früher wahrzunehmen und rechtzeitig Hilfe anzubieten. „Wir brauchen ein gut funktionierendes Netzwerk, um frühe Hilfe anbieten zu können, denn je später wir sie anbieten, desto teurer wird die Hilfe“, sagte Lothar Busche, Abteilungsleiter Jugend, Familie und Sozialer Dienst beim Kreis Gütersloh.

Viele Institutionen, die direkt mit Kindern und Familien zu tun haben, nahmen nicht nur an der Abschlussveranstaltung am Mittwoch teil, sondern hatten zuvor auch Eckpunkte in fünf Informations- und Schulungsveranstaltungen erarbeitet. Vertreter von Kindergärten, Schulen und Kirchengemeinden sowie Hebammen und Ärzte waren anwesend. Alle Kooperationspartner erhielten ein gemeinsam erarbeitetes Handbuch mit Handlungsanleitungen und Arbeitshilfen „Wer meldet wem was wann?“ „Darüber gibt das Handbuch Auskunft“, erläuterte Christiane Dahlmann von der Regionalstelle Süd beim Kreis Gütersloh. Sie ist überzeugt davon, dass das Frühwarnsystem in Herzebrock-Clarholz gut funktionieren wird. „Hier wird nicht lange geredet, sondern gehandelt und geholfen“, sagte sie.

 Lothar Busche nannte noch einige erschreckende Zahlen: So müssten immer mehr verhaltensgestörte oder suizidgefährdete Kinder und Jugendlichen stationär behandelt werden. Im Jahr 2010 seien dafür allein im Kreis Gütersloh 14,5 Millionen Euro ausgegeben worden. Noch 2005 seien dem Kreis 200 Problemfälle gemeldet worden. Diese Zahl habe sich 2010 verdreifacht.

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