Herzebrockerin unterrichtet in Peru
Die 18-jährige Julia Buschmann unterrichtet an einer Grundschule in Peru. Noch bis August nächsten Jahres ist sie im Rahmen eines Freiwilligendiensts in Südamerika.

An der örtlichen Grundschule gibt die Herzebrock-Clarholzerin unter anderem Englischunterricht. Die Lucrecia Vértiz Cáceda, die peruanische Nationalhymne war das erste Lied, das Julia Buschmann an ihrer neuen Wirkungsstätte lernte. Es beginnt mit den Zeilen „Somos libres, seámoslo siempre seámoslo siempre“. Das bedeutet übersetzt: „Wir sind frei, wir werden es immer sein.“ „Jeden Montagmorgen singen es die Kinder auf dem Schulhof der Grundschule in dem gut 16 000 Einwohner zählenden Ort“, schildert Julia Buschmann. „Im Anschluss daran folgt eine kurze Ansprache der Direktorin Señora Susana“, schreibt die 18-Jährige, „und natürlich die Hymne der Schule“. Von der könnten aber ein Großteil der etwa 170 Schüler und 70 Kindergartenkinder jedoch nur den Refrain. „Mich eingeschlossen“, so die freiwillige Helferin.

„Danach marschieren, und damit ist tatsächlich marschieren gemeint, die Kinder in ihren Schuluniformen in die Klassenräume“, sagt sie. Morgens seien drei Kindergartengruppen- und sieben Schulklassen vor Ort. „Die zwei Klassen der fünften und sechsten Jahrgangsstufe, die in Peru auch noch zur Grundschule gehören, müssen nachmittags unterrichtet werden“, informiert die Herzebrock-Clarholzerin. Aus gutem Grund: Einige der Klassenräume wurden von einem Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen im März vollkommen zerstört. Für Julia Buschmann startet der Tag in einer Kindergartengruppe, die vierjährige Steppkes besuchen. Helfen bedeute zunächst einmal, das Frühstück zu verteilen. „Jeden Morgen bekommen die Kinder eine Packung Kekse und eine Tasse Haferbrei, die von der Regierung bezahlt werden“, schreibt sie. Genauso bekommen die fünften und sechsten Klassen Abendessen. An manchen Schulen werde auch mittags ausgeteilt, je nach Bedarf. Nach ein wenig Gesang beginnt der Unterricht.

 Die Mädchen und Jungen im Kindergartenalter würden tatsächlich das Schreiben und Rechnen lernen. „Während sie sich ihren Aufgaben widmen, helfe ich der Lehrerin beim Vorbereiten der Stunden. Um 9.30 Uhr verabschiede ich mich, denn nun beginnt der Englischunterricht“, so Julia Buschmann. Sie selbst werde in jeder der neun Grundschulklassen eingesetzt. Als Lehrerin den Kindern etwas beizubringen, mache ihr meistens sehr viel Spaß, sagt die 18-Jährige. Jedoch müsse man ein Menge Geduld und Verständnis aufbringen. „Das fällt mir manchmal gar nicht so leicht“, gesteht sie ein.

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