Historische Strohballenpresse als Hobby
Kleine Verbesserungen werden in fast jeder Saison an der Presse vorgenommen: Michael Hunkenschröder (links) mit Vater Karl und Freund Stefan vor der restaurierten Welger AP 61.

Die Fakten: Die Presse mit der Maschinennummer 1116.04 774 wurde vor fast 40 Jahren 1975 als Teil einer sehr erfolgreichen Baureihe in der Welger Maschinenfabrik im niedersächsischen Wolfenbüttel gebaut. In den Jahren 1970 bis 1988 liefen an die 20 000 Exemplare der AP 61 und ihrer Schwestertypen AP 63 und 63 S vom Band. Nach vorsichtigen Schätzungen sind heute immerhin noch 20 Prozent der damals gebauten AP 61 in Betrieb.

Ein Zeitsprung in das Jahr 2008: Michael Hunkenschröder übernimmt in Herzebrock den Hof seines Vaters. Es sind elf Hektar, die Hunkenschröder im Nebenerwerb mit Unterstützung des Seniors bewirtschaftet. Die Konzentration liegt auf Grünland, Mais und Hafer, typisch für die Region. Gelegentlich presst Michael Hunkenschröder als Lohnunternehmer für befreundete Landwirte Stroh.

Mit der Marke Welger verbindet Familie Hunkenschröder eine lange Tradition. Schon Vater Karl Hunkenschröder arbeitete mit einer AP 45. Mit der Hofübernahme erwarb sein Sohn dann eine gebrauchte AP 61, die er selbst generalüberholte. Dabei kam seine zweite große Leidenschaft zum Zug: Hunkenschröder ist als gelernter Maschinenbaumechaniker bei einem namhaften Unternehmen der Holzindustrie beschäftigt. Seine AP kennt der junge Landwirt daher von innen und außen. Sie wird vor und nach jeder Saison sorgfältig gewartet, im Winter gut gelagert. „Einer der schönsten Momente ist für mich der Beginn eines Tags in der Strohernte. Da wird die Presse noch einmal kurz abgeschmiert und durchgesehen, und man kann sicher sein: Sie läuft den ganzen Tag“, sagt er.

Doch dass die Maschine einfach nur läuft, reicht Michael Hunkenschröder nicht. Mit dem Status quo gibt sich der Nebenerwerbslandwirt nicht zufrieden, kleine Verbesserungen werden in fast jeder Saison an der Presse vorgenommen: „Bedauerlicherweise gehörte unsere AP zu den letzten der Baureihe, die mit nur einer Anpressbacke, nämlich rechts in Fahrtrichtung ausgestattet war. Spätere Modelle hatten diese Pressbacken an beiden Seiten, was ein schnelleres Arbeiten und einen gleichmäßigeren Ballen zu Folge hat“, berichtet Michael Hunkenschröder. „Da mir der Umgang mit Metallkonstruktionen durch meinen Beruf leicht fällt, habe ich im Winter ein, zwei Tage investiert, und selbst nachgerüstet. Das Endergebnis dieser Verbesserung belohnt mich in jeder Saison aufs Neue. Unsere Presse ist nicht nur Arbeitsgerät, sondern auch ein schönes Hobby.“

Die perfekte Einheit mit seiner Presse tragen Michael Hunkenschröder und seine Freunde seit dieser Saison auch auf dem Körper. Für seine Mannschaft hat er sich ein besonderes Geschenk einfallen lassen: Eigens angefertigte AP-Fanshirts.

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