Im Herzebrocker Ortskern auf  Spurensuche
Bild: Ahlke
In der Werkstatt an der Gütersloher Straße machten die Kunstinteressierten Station.
Bild: Ahlke

Selbst Bildhauer und seit 1994 Leiter der väterlichen Bildhauerwerkstatt, lebte und arbeitete er eng mit ihm zusammen. Hans-Bernhard Vielstädte wusste viel zur Entstehungsgeschichte der diversen Exponate und zur künstlerischen und wirtschaftlichen Entwicklung zu erzählen. „Mein Vater war ein streitbarer Geist“, beschrieb er dessen Persönlichkeit mit einem wertschätzenden Schmunzeln. „Wer Mut zeigt, macht Mut“, lautet ein Zitat von Adolph Kolping, dessen Idealen sich Bernhard Vielstädte sich eng verbunden fühlte. Seit 1945 gehörte er der Kolpingsfamilie Herzebrock an. Das Zitat gravierte er in ein Podest, das Teil des für die Kolpingsfamilie geschaffenen Wegkreuzes an der Putz – neben dem Pflegewohnheim St. Josef – ist. Das Altenheim würde es heute nicht geben, hätte sich Bernhard Vielstädte nicht zusammen mit anderen Mitstreitern Anfang der 1980er-Jahre für den Erhalt und die Umwandlung des aus dem 19. Jahrhundert stammenden Herzebrocker Krankenhauses starkgemacht. Dort war die erste Station auf der Suche nach Spuren des Bildhauers in seiner Heimatgemeinde. Weiter ging es zum Brunnen vor der Von-Zumbusch-Gesamtschule. Diesen schmückt ein Bronzerelief mit der Herzebrocker Sage vom Diebstahl der Kirchenglocken.

Anekdoten zum Kirchenmobiliar

In der Pfarrkirche St. Christina erläuterte Hans-Bernhard Vielstädte den Deckel des Taufbeckens. Manche der historischen Heiligenfiguren, wie die des Davids und der Heiligen Cäcilia im hinteren Kirchenschiff, gäbe es ohne Bernhard Vielstädte heute nicht mehr. Sie wären bei einer Renovierungsaktion in den 1970er-Jahren im Müll entsorgt worden, erzählte der Sohn. Auch zum Erhalt der barocken Kanzel und anderem Kirchenmobiliar wusste er Anekdoten zu erzählen. Auch auf dem Herzebrocker Friedhof machte die Gruppe Station. Das Hauptkreuz dort wurde von Bernhard Vielstädte geschaffen. Der Spaziergang endete in der Bildhauerwerkstatt an der Gütersloher Straße, in der Bernhard Vielstädte bis kurz vor seinem Tod im Jahr 2015 tätig war. Dort gab es außer Werkzeug und Arbeitsmaterialien Modelle aus Gips, Krippenfiguren, historisches und neu Gestaltetes aus Holz und Stein zu entdecken. Die Teilnehmer des Kunstgesprächs waren angetan von der lebendigen Führung und dem persönlichen Einblick in ein Bildhauerleben.

SOCIAL BOOKMARKS