Im Sundern rattern die Nähmaschinen
Bild: Schäfer
Die Garage haben Hartmanns im Sundern ausgeräumt und so Platz für die Fußgruppe der Wagenbaugemeinschaft Blume blüh geschaffen, die mit den Vorbereitungen begonnen hat.
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Die 20 Frauen und Kinder bringen Farbe ins Spiel und sind beim Clarholzer Erntedankumzug ein Hingucker. In den vergangenen Jahren waren sie als Schaf, Weintraube, Erdbeere, Löwenzahn, Eule, Einkaufstasche, Möhre oder auch Tortenstück unterwegs. Der Kreativität steht (fast) nichts im Weg.

 Wirklich verworfen haben die Frauen bisher noch keine Idee, weil sie sich nicht umsetzen ließ. „Aber die Tomaten waren nicht unbedingt unser Lieblingsprojekt“, sagt Renate Hartmann. Knackpunkt sei die durchgehend rundlich Form des Gemüses gewesen. Aber letztlich hat auch das geklappt.

Als was sie in diesem Jahr am Sonntag, 6. Oktober, durch die Clarholzer Straße ziehen, wollen die Aktiven im Alter zwischen 25 bis mehr als 60 Jahren nicht verraten. Die Überraschung für die Besucher soll bleiben. Für den Start der Planungen hat sich inzwischen die Woche nach der Laurentius-Kirmes im August etabliert.

Ideen verwerfen und durchdenken

Dann sitzen die Frauen zusammen, beratschlagen, verwerfen Ideen und einigen sich schließlich auf eine Form. Die muss nicht nur gut aussehen, sondern auch praktikabel sein: Eine wärmende Jacke muss im Fall des Falls beispielsweise unter die Stoffkreationen passen. „Wie kriegen wir was hin?“, sei eine zentrale Frage, so die Frauen. Schließlich nütze das tollste Kostüm nichts, wenn es sich in der Form nicht umsetzen lasse. Da kommen dann auch schon mal Hilfsmittel wie Stangen, Draht oder Schaumstoff zum Einsatz. Bevor es an den Zuschnitt von rund 20 Kostümen geht, wird erst ein Prototyp erstellt.

Gehen die Daumen der Frauen dafür hoch, beginnt die Produktion. Zweimal in der Woche treffen sich die Mitglieder der Fußgruppe Blume blüh in diesem Jahr in der Hartmannschen Garage im Sundern. Nicht immer ist das Team komplett und nicht alle ziehen mit Begeisterung die Stoffbahnen unter den Füßchen der sechs Nähmaschinen her, die auf Bierzelttischen bereitstehen.

„Jede hat ihr Talent und macht das, was sie kann“, sagt Agnes Roer. Die einen schneiden die Einzelteile der Kostüme zu, die anderen nähen diese zusammen. Und dazwischen bleibt Zeit für Geselligkeit und Austausch. „Das gehört dazu“, sagt Monika Jasper.

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