In Wien entsteht Zumbuschs Porta-Denkmal
Bild: Reinhardt
Abgüsse der Werke aus seiner Wiener Zeit sind im zweiten Bereich des Caspar-Ritter-von-Zumbusch-Museums zu sehen.
Bild: Reinhardt

Mit Caspar von Zumbuschs Zeit in Wien befasst sich der zweite Bereich des Museums in Zumbuschs Geburtshaus. Mehrfach hatte die Wiener Akademie der bildenden Künste dem Herzebrocker eine Professur angeboten. Erst 1873 nahm er das Angebot an. „Wien wurde Zumbusch zur zweiten Heimat“, berichtet der Archivar des Herzebrocker Heimatvereins, Karlheinz Buddenborg. Zumbusch verbrachte in der österreichischen Metropole die zweite Hälfte seines Lebens – 42 Jahre.

In dieser Zeit entstand in Wien das Beethoven-Denkmal. Einen ausgeschriebenen Wettbewerb hatte Caspar von Zumbusch für sich entschieden. Er schuf eine 2,50 Meter hohe Figur, die aus Erz gegossen wurde. Das Denkmal wurde komplett durch private Spenden und ein Benefizkonzert von Franz List, der Kompositionen von Beethoven spielte, finanziert. Zumbuschs Enkelin bezifferte die Kosten 1977 umgerechnet auf 750 000 Euro. Das Denkmal wurde 1880 eingeweiht. Ein Abguss steht im Museum in Herzebrock.

Mit einem raumhohen Foto ist von Zumbuschs wohl bedeutsamstes Werk dargestellt: das Denkmal der Kaiserin Maria Theresia. Der Bildhauer schrieb am 3. Juni 1975 nach Herzebrock: „Im Wettstreit um das Maria Theresia Denkmal habe ich den Sieg davon getragen.“ Und weiter: „Die Aufgabe ist bei Weitem die größte, die irgendwo an die monumentale Plastik neuer Zeit gestellt worden ist.“ Caspar von Zumbusch hatte damit ausgesorgt und resümierte: „Es hat zwar nie an Aufträgen zur Genüge gefehlt, aber es ist doch angenehm zu wissen, dass man sich nie wieder darum zu bemühen braucht.“ 13 Jahre arbeitete er mit seinen Gehilfen an dem Denkmal, das eine Gesamthöhe von 20 Metern aufweist. Mehr als 10 000 Festgäste kamen zur Einweihung am 13. Mai 1888. An diesem Tag erhob Kaiser Franz Josef I. Zumbusch in den erblichen Adelsstand.

Während Zumbuschs Zeit in Wien entstand das Porta-Denkmal.
Für die Skulptur von Kaiser Wilhelm I im Denkmal an der Porta Westfalica, das 1896 eingeweiht wurde, musste sich Caspar von Zumbusch dann auch nicht mehr in einem Wettbewerb durchsetzen. Kaiser Wilhelm II beauftragte den Bildhauer ohne förmliches Ausschreibungsverfahren. Zumbusch hatte sich einen Namen gemacht und nahm sich sogar die Freiheit, dem Kaiser einen Korb zu geben. Er schrieb an seine Cousine Antonia Brüggemann nach Wiedenbrück nach einer Audienz beim Kaiser: „Ich hätte lieber den Auftrag zurückgewisen, als eine große prinzipielle Änderung zuzugestehen.“ Im Museum erinnert ein überdimensionaler Zeitungsausschnitt, der eine ganze Wand einnimmt, an die Herstellung des Denkmals in Zumbuschs Werkstatt. Darin werden die Größenverhältnisse zwischen Mensch und Skulptur deutlich. Einen Abguss gibt es im Museum nicht, aber das Original an der Porta ist schließlich nur eine halbe Autostunde von Herzebrock entfernt zu besichtigen.

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