Keine Waffen in Clarholz entdeckt
Bei einer Razzia gegen Rechtsextremisten in Herzebrock-Clarholz hat die Polizei keine Waffen sichergestellt.

Der Herzebrock-Clarholzer soll Kontakt zu einem Rechtsextremisten gehjabt haben, der im März in einer Pendion in Brandenburg tot aufgefunden worden war.

Am Wochenende hatte die Polizei auf der Suche nach einer Gruppe gewaltbereiter Neonazis Razzien in Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg durchgeführt.

In Berlin und Brandenburg konnten ein Luftdruckgewehr und Schreckschusspistolen sichergestellt worden. An allen Standorten hat die Polizei zudem umfangreiches Datenmaterial gesichert. „Das gilt es jetzt auszuwerten“, sagte am Montag Oberstaatsanwältin Lolita Lodenkämper als Stellvertretende Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Neuruppin. Die Oberstaatsanwältin bestätigte Angaben von „Spiegel online“.

Fünf Beschuldigten, vier Männern und einer Frau, werde die Bildung einer bewaffneten Gruppe sowie der Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Auslöser für die konkreten Ermittlungen war ein natürlicher Todesfall, der sich im März in einer Pension im brandenburgischen Herzberg ereignete. In diesem Zusammenhang hatte die Polizei einen Rucksack bei dem Verstorbenen, einem einschlägig bekannten Rechtsextremisten, entdeckt, der Waffen enthielt. „Aber auch über 300 Patronen“, so Lolita Lodenkämper. 

Todesfall führt zu Ermittlungen

Da diese nicht zu den vorgefundenen Waffen gepasst hätten, wurden die Untersuchungen weiter vertieft. Verbindungen zwischen dem Verstorbenen und dem Rechtsextremisten Meinolf S. wurden hergestellt. Die Pressesprecherin bestätigte auch den Verdacht, dass Meinolf S. – 1995 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten wegen Fortführung der verbotenen „Nationalistischen Front“ verurteilt – ein rechts gerichtetes Schulungszentrum in der Pension aufbauen wollte: gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, die zum Kreis der Verdächtigen zähle, und mit deren Hilfe er die Räume in der Pension in der Nähe von Berlin angemietet hatte.

Ein Anlass für die jetzt durchgeführten Razzien sei gewesen, dass „irgendwo zu den im März gefundenen Patronen auch die passenden Waffen“ vermutetet wurden, so Lolita Lodenkämper. In diesem Punkt wurde die Polizei allerdings nicht fündig: Schreckschusspistolen und ein Luftdruckgewehr wurden sichergestellt. „Darüber hinaus im gesamten Verfahren 16 PCs, verschiedene Speichermedien, Handys, CDs und Unterlagen“, führte die Oberstaatsanwältin aus.

Jetzt müsse geklärt werden, ob diese technisch überhaupt ausgewertet werden können. Und wenn ja, dann „werde das lange dauern“, so Oberstaatsanwältin Lolita Lodenkämper.

SOCIAL BOOKMARKS