Kirchenkabarett begeistert in Clarholz
Bild: Schäfer
Ulrike Böhmer war auf Einladung der KFD St. Laurentius in der ausverkauften Wilbrandschule zu Gast.
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Doch jetzt, wo selbst Castrop-Rauxel und Wanne-Eickel im „Pastoralverbundgedöns“ vereint sind, ist es vorbei mit der Herrlichkeit. Und Ulrike Böhmer weiß auch warum: „Frühmessen finden nur noch in Monaten mit R und dann nur in Kirchen mit R und auch nur an geraden Sonntag statt.“

Pech nur, wenn keine Kirche mit R in Reichweite ist. Doch Ulrike Böhmer, die auf Einladung der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) St. Laurentius in der ausverkauften Wilbrandschule zu Gast war, wusste sich natürlich zu helfen. Immerhin mischt sie als Erna Schabiewsky ja in der ganzen Dortmunder Pfarrgemeinde mit: „Ohne mich läuft gar nix“, verriet sie dem Publikum mit pointierter Gestik und hinreißender Mimik. Das fühlte sich mit dem Programm „Die Letzte macht das Licht aus“ im Jubiläumsjahr der Clarholzer KFD bestens unterhalten. Kein Wunder, hatte es mit der 50-Jährigen doch eine ausgezeichnete Kabarettistin zu Gast.

Als Kennerin der Materie – zehn Jahre als Gemeindereferentin qualifizieren Ulrike Böhmer - war sie bereits einmal im Ort. „Baustelle Kirche“ hieß es damals und viel hat sich seitdem nicht verändert: Ob Dialogfähigkeit der Oberen oder organisatorische Neuerungen, ein abendfüllendes Programm hatte die Kirche für Erna zu bieten. Trotz „Menemoradum“ der Bischöfe.

Nicht erst als ihre „Omma“ im Krankenhaus eine Wunderheilung dank Ganzkörperkrankensalbung erfahren hat, kommt Erna Schabiewskys katholisches Sein komplett in Erschütterung: „Eine Wunderheilung von einer evangelischen Pastorin!“ Denn wer glaubte, dass die Kabarettistin ausschließlich die Katholiken unter die spitzfindige Lupe nahm, der lag falsch. Auch wenn der katholische Pfarrer bei einer Beerdigung aus dem Verstorbenen „nix raus holt, was nicht da war“. Im Unterschied zu den Evangelischen: „Meine Nachbarin, die hätte sich in ihren verstorbenen Mann glatt noch mal verliebt“.

Und auch, wenn es in der Kirche drunter und drüber gehe: Erna Schabiewsky findet es richtig, gemeinsam Veränderungen zu wagen. Sonst würde womöglich tatsächlich irgendwann das Licht ausgehen. Und sie musste es wissen, schließlich war sie in einem früheren Lebens nicht geringeres als Päpstin.

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