Klangkaskaden zum Konzertauftakt
Bild: Heumüller
Lediglich eine Generalprobe ging dem Konzert am frühen Sonntagabend voraus. Das war kein Problem für die aktuellen und ehemaligen Preisträger des Wettbewerbs Jugend musiziert.
Bild: Heumüller

Die Hütte war voll. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es den musikalischen Köpfen Eckard Vincke und Siegfried Buske immer wieder gelingt, ein niveauvolles und abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Neben den großen, im Musikbetrieb allgegenwärtigen Meistern bauten die beiden Protagonisten der Kultveranstaltung immer wieder für ein Bläserkonzert weniger geläufige Namen in den Programmablauf ein. Dabei konnte Vincke, der stellvertretende Leiter der Musikschule für den Kreis Gütersloh und dort für die gesamte Bläserausbildung verantwortlich, auch jüngst wieder gleich mehrere Ensembles zum Einsatz bringen, unter Einschluss von Preisträgern des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ und vieler Ehemaliger, die das Dreikönigskonzert jedes Mal gleich zum Klassentreffen ausdehnen. Und mit nur einer gemeinsamen Generalprobe gelang es ihnen mit scheinbarer Leichtigkeit, den Glanz längst vergangener Zeiten mit Werken europäischen Zuschnitts aus der Renaissance, dem Barock und der weit gespannten Epoche der Romantik aufstrahlen zu lassen. Wirkungsvoll kontrastierend wie Perlen auf einer Schnur waren die 14 Titel aufgereiht. Mit dem feierlichen Einzug von Richard Strauss eröffneten satte, mächtige Klangkaskaden das anderthalbstündige Geschehen.

In zeitgenössischer Tonsprache präsentierte sich die Choralimprovisation zu „Tochter Zion“ von Matthias Nagel, gefolgt vom Gemeindegesang mit Bläsern und Orgel im Satz von Händel. Der steuerte auch den Siegesmarsch aus Judas Makkabäus bei. Vergeblich suchte man nach Höhepunkten, denn es gab nur solche. Zweimal englischer Barock mit Henry Purcell zählte ebenso dazu wie „Tollite hostias“ aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns. Gabriellas Song von Stefan Dan Nilsson aus dem Film „Wie im Himmel“ blieb demgegenüber ein wenig flach, und der zeitgenössische Klassiker „Von guten Mächten“ wirkte in diesem Konzertzuschnitt etwas deplatziert. Das Publikum geizte nicht mit ausgiebigem Beifall, wohl wissend, dass noch eine Zugabe folgt. Diesmal heuer verabschiedete „Highland Cathedral“ die stehend applaudierenden Zuhörer. Es klingt so urschottisch und hat mit Ulrich Roever und Michael Korb doch deutsche Eltern.

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