Kommandeur Heinz Falkenreck tritt ab
Zackig: Vornweg beim feierlichen Marsch der Herzebrocker Schützengilde ging 20 Jahre lang Oberst und Kommandeur Heinz Falkenreck; am kommenden Freitag wird er bei der Jahreshauptversammlung sein Amt abgeben.

Gespräche seien geführt worden, ein Nachfolgekandidat stehe zur Wahl bereit, sagte Heinz Falkenreck dieser Zeitung. Seit der frühere Bankkaufmann am 1. Juli 1982 begann, im Vorstand mitzuarbeiten, hat er für die Schützengilde so vieles auf den Weg gebracht und mitgestaltet, dass eine Aufzählung den Rahmen sprengen würde. Dazu gehörten auch solche vermeintlichen Kleinigkeiten wie die Einführung eines Autoscooters als zusätzliches Fahrgeschäft beim Schützenfest oder die Etablierung eines Longdrink-Zelts.

Meilensteine in der Vorstandsarbeit waren indes die Umsetzung der Gemeinnützigkeit für die Gilde im Jahr 1983 und die Übernahme der Gesamtorganisation des Heimat- und Schützenfests durch die Gilde ab 1987. Auch die Koordination, Vorbereitung und Mitgestaltung der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Vereins im Jahr 2003 sind dem Kommandeur noch in bester Erinnerung. Um den Großen Zapfenstreich wie bei der Bundeswehr mit allen Elementen – inklusive Anmarsch, Fackelzug und Serenade – zusammen mit der Bundesmusikkapelle Brandenberg aus Tirol auf die Beine zu stellen, „haben wir schon 2002 angefangen zu üben – mit Marschieren und Markierungen auf dem Platz“, erzählt Falkenreck. Er selbst sei fortwährend dabei gewesen, die Kommandos auswendig zu lernen. „Wenn ich im Auto saß, habe ich die entsprechende Kassette eingelegt“, plaudert der Schützenoberst schmunzelnd. Und als es ernst wurde, habe er vorsichtshalber einen Spickzettel griffbereit in der Tasche gehabt. Brauchte er ihn? Aber nein, es habe alles tadellos geklappt.

Als Vorwegmarschierender von bis zu 500 uniformierten Schützen duldete Heinz Falkenreck keinen Schlendrian. „Wenn wir uns in der Öffentlichkeit zeigen, soll es ordentlich und zackig aussehen“, lautete der Grundsatz des Kommandeurs. „Kippen aus und Knöpfe zu!“, hieß es also vor dem Abmarsch. Wie es wirklich zackig und korrekt geht, beobachtete Falkenreck Mitte der 1990er-Jahre mehrmals auf dem britischen Kasernengelände des Flughafens, wenn die Army Air Corps Band aufspielte. Kein Wunder, dass der Gilde-Kommandeur ein untrügliches Gespür dafür entwickelte, welche Musikgruppen die besten fürs heimische Schützenfest waren.

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