Marktführer kauft Arti - 71 Jobs gesichert
Bild: Schäfer
An der Boschstraße ist das Unternehmen Arti Kalender & Promotion seit Sommer 2016 ansässig. Die drohende Insolvenz wurde jetzt durch den Verkauf an die Neumann-Gruppe, den deutschen Marktführer in Sachen Kalender, abgewendet. 71 von 121 Mitarbeitern behalten ihren Arbeitsplatz.
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Im Januar 2018 war Arti die Sanierung in Eigenverwaltung unter Aufsicht eines spezialisierten Anwalts angegangen. 121 Mitarbeiter haben seitdem um ihre Jobs gebangt. 71 von ihnen dürfen jetzt aufatmen: Der Kalenderspezialist Neumann-Gruppe (Kiel) hat Arti gekauft. Die neue Gesellschaft firmiert künftig unter dem Namen Arti Promotion GmbH.

Die Sanierung der Firma wurde durch die Düsseldorfer Rechts- und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp und den vom Amtsgericht Bielefeld bestellten Sachwalter Rechtsanwalt Stefan Meyer (Kanzlei Pluta, Lübbecke) begleitet. Buchalik Brömmekamp teilte jetzt mit: „71 Arbeitsplätze der ursprünglich 121 bleiben erhalten.“ Die nicht vom Investor übernommenen Mitarbeiter wechseln in eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft. Geschäftsführer Ralf Kunz ist mit dem Verkauf aus dem Unternehmen ausgeschieden. Sachwalter Stefan Meyer lobte: „Die Mitarbeiter haben trotz berechtigter Sorgen um ihren Arbeitsplatz einen sehr guten Job gemacht. Die gemeinsamen Anstrengungen zum Erhalt des Unternehmens haben Früchte getragen.“

Die Neumann-Gruppe verlegt, produziert und vertreibt Kalender, Druck- und Papeterieprodukte. Sie ist Marktführer im Kalenderbereich und erwirtschaftet dem Branchenblatt Buchreport zufolge einen Gesamtumsatz von 45 Millionen Euro. Erst im Februar hat sie sich den DuMont-Kalenderverlag (Köln) einverleibt. Zu ihren Standbeinen und Unterfirmen gehören unter anderem Zettler Kalender, der Neumann & Wolf Werbekalenderverlag und teNeues Calendars & Stationery. „Arti ergänzt hervorragend das Kalender- und Werbemittelportfolio“, erklärte der neue Geschäftsführer Axel Klug, Vorstand der Neumann-Wolff-Gruppe.

Arti wurde im Rahmen einer übertragenden Sanierung übernommen. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart. Der operative Betriebsübergang fand am 1. April statt. Die Gläubiger würden voraussichtlich eine „sehr hohe Befriedigungsquote von 60 bis 70 Prozent erhalten“, heißt es von Buchalik Brömmekamp. Die durchschnittliche Quote in Regelinsolvenzverfahren liege bei drei bis vier Prozent.

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