Michaelschule hofft auf Gnadenfrist
Bild: Reinhardt
Auf dem Podium: (v. l.) Fachbereichsleiter Wilhelm Towara, Schulleiter Aloys Rohling, Bürgermeister Jürgen Lohmann, Schulrätin Gitta Trachte und der Schulausschussvorsitzende Hendrik Menzefricke-Koitz.
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Wenn sich bis Mittwoch, 28. März, nicht noch zehn Eltern aus Herzebrock dafür entscheiden, ihr Kind im Sommer statt an der Josefschule in Pixel einzuschulen, wird es in St. Michael bereits keine erste Klasse mehr geben. Das ist die Botschaft eines Informationsabends am Dienstag im Begegnungszentrum der Josefschule, zu dem zahlreiche Eltern aus Herzebrock und den umliegenden Bauerschaften gekommen waren. Der Leiter des Grundschulverbunds, Aloys Rohling, das Kollegium der Michaelschule und die Eltern aus Pixel, Groppel und Quenhorn wünschen sich ein Jahr Gnadenfrist, bevor ihre Schule endgültig geschlossen wird. „Wir wollen mit Verstand für ein Jahr eine gute Lösung finden“, betonte Aloys Rohling.

Derzeit sind für 2012/2013 nur zehn Erstklässler für den Standort St. Michael angemeldet. Für die Bildung einer Schulklasse reicht das nicht. Wie Schulrätin Gitta Trachte mitteilte, ist die Bildung einer Eingangsklasse mit weniger als 15 und mehr als 29 Kindern nicht zulässig. So sehe es das neue Konzept „Kurze Beine – kurze Wege“ zur Sicherung eines qualitativ hochwertigen und wohnortnahen Grundschulangebots in Nordrhein-Westfalen bei rückläufigen Schülerzahlen vor. „Bei dem Konzept handelt es sich zwar derzeit noch um eine Entwurfsfassung. Darüber sind sich aber alle Parteien einig“, betonte die Schulrätin.

Somit bereiten auch die 34 für die Josefschule angemeldeten Erstklässler Schwierigkeiten. Da der Verbund als eine Schule zu sehen ist, dürfen bei insgesamt 44 angemeldeten Kindern nur zwei Klassen gebildet werden, die außerdem möglichst gleich groß sein sollen. Aloys Rohling appellierte deshalb an die Eltern aus Herzebrock, sich zu überlegen, ob sie ihr Kind nicht doch noch statt für die Josef- für die Michaelschule anmelden würden. Das gehe natürlich nur auf freiwilliger Basis. Finden sich diese zehn Eltern bis zum 28. März nicht, müssen die Eltern aus den Bauerschaften ihre Kinder nach Herzebrock in die Schule schicken. Das geschieht dann allerdings nicht mehr freiwillig.

Wie genau und wann der Standort St. Michael endgültig aufgelöst wird, muss schließlich die Schulleitung entscheiden. „Wir als Schulträger sitzen zwischen den Stühlen“, sagte Bürgermeister Jürgen Lohmann. „Über eine Folgenutzung der Gebäude haben wir uns bislang noch keine Gedanken gemacht.“

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