Museum stellt „Zumbusch privat“ vor
Bild: Reinhardt
Caspar von Zumbusch und seine Ehefrau Antonie sind auf diesen beiden Abgüssen dargestellt.
Bild: Reinhardt

„Zumbusch privat“ unter diesem Motto steht der dritte Raum des Herzebrocker Museums. Abdrücke von Köpfen der Zumbusch-Familienmitglieder, die sich zuvor in der Heimatstube und im Rathaus befunden haben, hängen an den Wänden. Sie stellen im Ansatz einen Stammbaum dar.

Die Eltern Franz-Josef Zumbusch und Elisabeth Katharina Zumbusch sind ebenso zu sehen wie Ehefrau Antonie Vogl, die Caspar von Zumbusch am 4. Oktober 1860 in Altötting heiratete. Zumbusch hatte drei Töchter und drei Söhne. Der älteste Sohn wurde Maler, der mittlere Verwaltungsangestellter und der jüngste Mediziner.

Der Bildhauer war zwar zu Lebzeiten bereits weltberühmt, blieb allerdings stets heimatverbunden. Karlheinz Buddenborg, Archivar des Herzebrocker Heimatvereins, brachte bei seinen Recherchen in Erfahrung, dass Zumbusch trotz seines Aufstiegs „der bescheidene und schlichte Westfale geblieben ist und zeitlebens seiner alten Heimat die Treue bewahrt hat“. Auch die plattdeutsche Sprache soll er sehr geschätzt und nie verlernt haben. „Wenn er nach Herzebrock kam, war sein erster Gang zu seinem alten Freund Meier Herlage, mit dem er Plattdeutsch kürte, und wo er gern Schwarzbrot aß“, so Karlheinz Buddenborg.

Gleichzeitig konnte sich Caspar von Zumbusch über hohe Auszeichnungen freuen. Er war unter anderem Ehrenmitglied der Akademie der bildenden Künste in Wien, Mitglied des Herrenhauses und des Reichrats, Ehrendoktor der Philosphie an der Universität Wien, Ehrenmitglied der Genossenschaft der bildenden Künste und, und, und. Von Zumbusch bildete rund 150 Studenten aus. Er hielt stets Kontakt zur Wiedenbrücker Schule und wurde auch Ehrenbürger der Stadt Wiedenbrück.

Im Alter zog sich der gebürtige Herzebrocker nach Riemsting am Chiemsee zurück. Dort starb er am 27. September 1915. Er wurde in Wien auf dem Zentralfriedhof in einem Ehrengrab beigesetzt, das man noch heute besichtigen kann. Nach seinem Tod geriet der Künstler in Vergessenheit, und das war auch in Herzebrock lange Zeit so.

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